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20. MAP-Festival im August: Ich bin aus Rheinberg, Baby!

Music-Art-Project : Baby, ich bin aus Rheinberg!

Im Jahr 2000 begann alles in kleinem Rahmen auf dem Markt. Jetzt gibt es die 20. Auflage des MAP-Festivals mit Live-Musik, Redekunst und Streetart. Gefeiert wird vom 19. bis zum 24. August am Pulverturm und im Kamper Hof.

Am Anfang war die Idee, aus mehreren Rheinberger Rockbands (Loveless Sons, Shiny Loons etc.) eine neue Bigband zu formieren. Und es gab den Wunsch, mit dieser Band auf dem Großen Markt zu spielen. So entstanden die Band „Zauberlehrling“ mit heute 14 Musikern und das MAP-Festival. MAP ist die Abkürzung für „Music Art Project“; schon damals sollten Musik und Kunst unter einen Hut gepackt werden. Im August 2000 war Premiere. Die Zauberlehrlinge traten erfolgreich am Alten Rathaus auf und hatten mit Paule Pop-Star sogar ein Vorprogramm. Im Stadthaus-Foyer waren Fotos und Bilder ausgestellt – mehr war nicht an diesem Samstag. Aber es war die Geburtsstunde eines von sehr vielen Rheinbergern bis heute geschätzten, von nicht wenigen heiß geliebten Festivals. Die allesamt ehrenamtlich tätigen MAP-Organisatoren bewiesen langen Atem: In diesem Sommer findet nun die 20. Ausgabe statt, in der Woche vom 19. bis zum 24. August.

Es gibt MAP-Dinge, die haben sich geändert. Andere nicht. So wurde irgendwann der MAP-Verein gegründet. Schon 2001 gab es ein Freitags-Musikprogramm im Pfarrgarten von St. Peter und ein Sonntags-Jazz-Programm unter dem Glasdach des Stadthauses. Mal wurden Filme gezeigt, mal Kunst ausgestellt. 2013 verließ das MAP Marktplatz und Pfarrgarten und findet seither am Pulverturm statt. Seit dem zweiten Festival gibt es ein Programmheft, seit dem siebten werden nummerierte MAP-T-Shirts verkauft. Eines ist immer geblieben: Seinen Höhepunkt erreicht das Festival stets am Samstagabend, wenn die Zauberlehrlinge die Bühne entern und bei jedem Wetter bis zu 3000 Fans mit ihren Rock-Versionen großer Hits begeistern. Das wird auch am 24. August wieder so sein.

Der Auftritt der Zauberlehrlinge am Samstagabend soll wieder der musikalische Höhepunkt sein. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Das Freitags-Programm wird aller Voraussicht nach zum letzten Mal stattfinden. Es finde leider nicht den gewünschten Anklang. Das ist auch ein finanzielles Problem, wie Heiko Dürr, MAP-Mann der ersten Stunde, sagt: „Wir arbeiten mit einem extrem kleinen Budget. Einen Top-Act für den Freitag zu buchen, würden unseren Rahmen sprengen.“

Poetry-Slammer Jan Philipp Zymny ist ein alter Bekannter in Rheinberg. Foto: arfi

Das MAP ist eine Sache des Herzens, deshalb treten die Zauberlehrlinge am Pulverturm auch grundsätzlich ohne Gage auf. Ein Beispiel, dem andere Künstler folgen. Das Motto des 20. MAP lautet „Baby, I’m from Rheinberg“ (Baby, ich bin aus Rheinberg). Rheinberg als Marke, wie schön.

Rheinberg und das MAP haben auch bei Poetry-Slammern einen guten Klang. Seit 2012 ist ein Abend für die Wortkunst fester Bestandteils des Programms. Nach Zuff, Fitline-Studio, Kultpool und Amplonius-Forum steigen die Wort- und Silbendrechsler am Dienstag, 20. August, erstmals im Kamper Hof auf die Bühne. Weil dort 250 Zuhörer Platz finden. Von der Bezeichnung „Poetry Slam“ ist das Team übrigens abgerückt, wie Lara Jackowiak erklärt: „Unsere Veranstaltung ist nicht als Wettbewerb angelegt. deshalb nennen wir sie ,Redekunst – Lesebühne’.“ Mit Andy Strauß (bisher jedes Jahr dabei) und Jason Bartsch kommt auch Jan Philipp Zymny wieder nach Rheinberg. Er ist mittlerweile bundesweit erfolgreich. Der Vorverkauf für die Lesebühne läuft bereits. Karten zum Preis von 13 Euro gibt es in der Buchhandlung Schiffer/Neumann, an der Abendkasse kosten sie 15 Euro.

Auch das „Artlon“ ist wieder dabei, diesmal im Piraten-Look als „Pirartlon“. Zum Teil international bekannten Streetart-Künstler werden die Außenwände der Schule am Pulverturm kunstvoll gestalten. Mit dem Denkmalschutz ist die ganze Aktion abgestimmt. Das Motto: „Heute ist das Morgen von gestern.“ Manuel Kutz vom MAP-Team sagt dazu: „Uns gefällt die Idee, die Schule zu einem Sozialhaus für alle Generationen umzubauen, gut. Deshalb greifen wir sie auf und pushen sie.“ Und zwar über Generationen hinweg. Neben den neun Künstlern aus dem In- und Ausland machen auch 80 bis 90 Kinder aus den Offenen Schulbetreuungen der Grundschulen Annaberg und St. Peter mit.