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Rhein-Kreis Neuss: Zahl der Insolvenzen steigt

Rhein-Kreis Neuss : Zahl der Insolvenzen steigt

272 Unternehmen sind im vergangen Jahr in Zahlungsschwierigkeiten geraten, die Zahl der Insolvenzen im Rhein-Kreis stieg dadurch um sechs Prozent an. Damit steht der Kreis deutlich schlechter da als die Stadt Düsseldorf.

Im Rhein-Kreis ist die Zahl der Firmenpleiten spürbar angestiegen: Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilt, nahmen die unternehmerischen Insolvenzen im Jahr 2011 um 272 Fälle zu, was einen Anstieg von acht Prozent bedeutet. Damit liegt der Kreis deutlich hinter Düsseldorf, wo im gleichen Zeitraum ein Rückgang der Insolvenzen auf 565 Fälle (minus sechs Prozent) verzeichnet worden ist.

Die Landeshauptstadt liegt mit der Abnahme der Insolvenzen im Bundesschnitt, denn deutschlandweit nahmen die Firmenpleiten ebenfalls um sechs Prozent ab.

Wirtschaftslage stabil

"Trotzdem ist die Wirtschaft des Rhein-Kreises stabil", sagt Rainer Bovelet, Wissenschaftlicher Leiter bei Creditreform. "Auf und Abs sind normal". Zwar gebe es in der Statistik grobe Ausschläge — etwa in Kaarst, wo Creditreform eine Zunahme der Insolvenzen um 145 Prozent verzeichnet (siehe Grafik). "Die absoluten Zahlen zeigen jedoch, dass die Lage nicht dramatisch ist", sagt Bovelet. Um beim Beispiel Kaarst zu bleiben: 16 Unternehmen mussten dort im vergangenen Jahr für ihren Betrieb Insolvenz anmelden.

Den Vergleich mit Düsseldorf müsse der Rhein-Kreis ebenfalls nicht scheuen, sagt der Experte: Denn die Stadt hat in den vergangenen Jahren stets Anstiege der Firmenpleiten erlebt: Erstmals seit dem Jahr 2007 habe sich die Insolvenzentwicklung der Landeshauptstadt verbessert, heißt es in der Studie.

Betroffen von Finanzierungsschwierigkeiten sind laut Creditreform vor allem Firmen im Bereich Transport und Logistik. "Insolvenzen treffen darüber hinaus vor allem jüngere Unternehmen", sagt Rainer Bovelet. Je länger sich eine Firma am Markt behaupte, desto geringer sei die Gefahr einer Pleite. Insgesamt sei die regionale Wirtschaft im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise in guter Verfassung.

Das Geschäftsklima in der Region in den vergangenen zwölf Monaten war stabil, doch trotz der bundesweiten wirtschaftlichen Stabilität im vergangenen Jahr sei eine durchweg positive Prognose für dieses Jahr nicht ohne Weiteres möglich, heißt es in der Creditreform-Studie. Denn die regionalen Firmenpleiten haben vor allem im zweiten Halbjahr 2011 zugenommen, wie die ausgewerteten Daten zeigen.

Im Rhein-Kreis gibt es diesen Trend allerdings nicht in allen Kommunen: "Vor allem Neuss verzeichnete deutliche konjunkturelle Positivtrends im zweiten Halbjahr 2011", sagt Bovelet. So habe die Stadt die befürchtete Negativentwicklung für das Gesamtjahr umkehren können — und weist nun von allen Städten des Kreises den stärksten Rückgang der Unternehmensinsolvenzen auf.

(NGZ/rl)