Wundervolles Open-Air-Konzert auf Schloss Dyck

97. Konzert auf Schloss Dyck : Wundervolles Open-Air-Konzert auf Schloss Dyck

Das russische Trio Sérénade und das Ensemble der Salzburger Kammerphilharmonie boten Musikgenuss auf hohem Niveau.

Ohne Wenn und Aber – das war glanzvolle Musik vom Allerfeinsten. Und der ungewöhnlich prächtige Schloss-Innenhof verstärkte die begeisterte Stimmung.

Schloss Dyck war also wieder einmal das entscheidende Sahnehäubchen für die Musikanten und Zuhörer. Wie immer – und das jetzt bereits zum 97. Mal seit dem Start des Musizierens 2004 an dieser Stelle – eröffnete Heinz Willi Maassen das klangvolle Geschehen. „Einmal jährlich, so will es die Tradition“, ließ der Vorsitzende des Freundes- und Förder-Kreises von Schloss Dyck wissen, „gibt es dieses Dycker Schlosskonzert Open Air. Wir haben den Titel sogar rechtlich schützen lassen.“

Ihren vielbejubelten Auftritt hatten das russische Trio Sérénade mit Vitalii Nekhoroshev (Klarinette), Kateryna Kostiuk (Violine) und Violina Petrychenko (Klavier), sowie das Ensemble der Salzburger Kammerphilharmonie. Letztere sind damit bereits zum fünften Mal an Ort und Stelle und drängen sogar von selbst darauf, es damit auch nicht bewenden zu lassen. Dem Veranstalter und vor allem dem Publikum soll es nur recht sein. Ein Konzert dieser Qualität zu stemmen, das sei nicht gerade ein Selbstläufer, lässt Heinz Willi Maassen wissen. Auch wenn es „ins Budget passt“, sind doch immer noch öffentliche Zuschüsse, Spender und Sponsoren zur Stelle.

In Anwesenheit von Albert Frieggerie, dem Botschafter der Republik Malta, lief so ein musikalischer Leckerbissen der Extraklasse ab. Gespickt mit den ganz großen Komponisten stimmten Auswahl und Spannungsbogen. Der reichte von Wolfgang Amadeus Mozart („Eine kleine Nachtmusik“) bis zu Johann Strauß („Radetzky-Marsch“). Die virtuose Spielkunst des russischen Trios faszinierte, und der konzertante Auftritt der Kammerphilharmonie beeindruckte durch seine professionelle Geschlossenheit. „Jeder dieser zehn Salzburger ist zumindest Lehrer, wenn nicht gar Professor für sein Instrument“, war zu erfahren.

Meist waren es vertraute Klänge. Mozart, Grieg und Schubert sprechen für sich selbst, Michael Garson oder Paul Schoenfield waren Entdeckungen für den Abend. Deren Jazz-Variationen und sogar Café-Music fügten sich mit dem wunderbar sicheren Spiel des Trios harmonisch in die Stücke-Folge ein. Geradezu orchestral wurde es nach der Pause mit den großen Auftritten der Philharmoniker.

Zum wahren Hörgenuss geriet der wunderbare Sopran von Lydia Teuscher. Ihre Arie aus „Figaros Hochzeit“, die „Romanze der Helena“ und vor allem ihre Lieder aus Operetten von Johann Strauß und Franz Lehár ließen überhaupt keine Ressentiments gegenüber diesem Musik-Genre zu. Lydia Teuscher überraschte mit einem ungemein beeindruckenden Stimmvolumen und mit fein harmonisierten Abstufungen. Das war herrlich anzuhören, versetzte das Publikum richtig in Champagnerlaune. Und dass gegen Ende der sehnlich erwartete Regen kam, wurde als willkommene Zugabe angesehen und orchestrierte den Radetzky-Marsch zusätzlich.

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