1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Wohnungspolitik im Rhein-Kreis Neuss: Silke Gottschalk besucht die Grünen

Mieten im Rhein-Kreis Neuss : Expertin diskutiert mit Grünen über Wohnungspolitik

Die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes NRW, Silke Gottschalk, hat die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen besucht und Anregungen gegeben, wie mehr bezahlbarer Wohnraum im Rhein-Kreis geschaffen werden kann.

Dabei führte sie vor Augen, vor welch großen Aufgaben die Politik steht. Insgesamt müssten pro Jahr in NRW rund 20.000 öffentlich-geförderte Mietwohnungen pro Jahr errichtet werden – 2018 zum Beispiel seien es aber nur gut 6000 gewesen. Insgesamt müssten pro Jahr landesweit gar 80.000 Wohnungen zusätzlich gebaut werden.

Als Ursachen für den Wohnraum-Mangel nannte Gottschalk den gestiegenen Zuzug in städtische Regionen, der nicht mehr nur die Großstädte beträfe, sondern auch die umliegenden Städte. Dazu komme, dass Single-haushalte eine der häufigsten Wohnformen seien. Das führe zu einem hohen Flächenverbrauch. Um dem Bedarf gerecht zu werden, fehle es vor allem an Bauland. Zudem seien die steigenden Mietkosten ein großes Problem. Immer mehr Menschen seien einem Armutsrisiko ausgesetzt, weil sie mehr als 30 Prozent ihrer Haushaltsmittel für ihre Wohnung ausgeben müssten. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Grünen, Hans-Christian Markert, betonte: „Die Wohnungskrise ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen auch in unserem wachsenden Kreis.“ Seine Fraktion wolle dies „rasch und angemessen“ angehen.

Intensiv wurde bei der Sitzung auch das Modell einer Kreis-Wohnungsbaugesellschaft besprochen. Wohnungsbaugesellschaften könnten sehr wohl zur Dämpfung des Problems beitragen. Der Ball liege aber laut Gottschalk vor allem bei den Städten und Gemeinden, weil sie regelmäßig über Flächen und Bauland verfügten.

(NGZ)