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Rhein-Kreis Neuss: Neuer Mindestlohn für Minijobber

Situation im Rhein-Kreis Neuss : Eine Viertelstunde weniger - Neuer Mindestlohn für Minijobber

9,82 Euro pro Stunde: So viel müssen Arbeitgeber Minijobbern seit diesem Monat mindestens zahlen. Alleine im Rhein-Kreis Neuss profitieren 21.600 Minijobber von dieser Gesetzesänderung, 2.000 von ihnen arbeiten in der Gastronomie.

Für Mitarbeitende mit einem fixen „Mini-Monatslohn“ von 450 Euro bedeutet das, dass sie künftig  nur noch 10,5 Stunden pro Woche für ihr Geld arbeiten müssen – eine Viertelstunde weniger als bisher. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. „Die 9,82 Euro sind allerdings auch das absolute Lohn-Limit nach unten“, sagt NGG-Geschäftsführerin Ina Korte-Grimberg. „Weniger darf kein Chef bezahlen – egal, in welcher Branche und für welchen Job.“ Die Pläne der Bundesregierung sehen zudem vor, die Verdienstgrenze für Minijobber auf 520 Euro zu heben. „Wer dann als Minijobber den Mindestlohn bekommt, muss nur noch 10 Stunden pro Woche arbeiten“, sagt die Geschäftsführerin der NGG-Region Krefeld-Neuss.

Die Gewerkschaft äußert aber auch Kritik an der neuen 520-Euro-Grenze. Geringfügig Beschäftigte würden dann zwar 70 Euro im Monat mehr verdienen als heute. „Die Gefahr ist aber, dass Minijobs damit immer mehr reguläre Arbeitsplätze verdrängen. Und sie drohen auch zur Teilzeit-Falle zu werden: Beschäftigte geben sich notgedrungen schneller mit 520 Euro pro Monat zufrieden, obwohl sie eigentlich gern ein paar Stunden länger arbeiten und ein paar Euro mehr verdienen würden“, warnt Ina Korte-Grimberg. Zudem kritisiert sie, dass die Regierung Minijobs „nicht vom ersten Euro an sozialversicherungspflichtig“ gemacht habe. „Minijobs bieten keine Kranken-, keine Arbeitslosen- und keine Pflegeversicherung. Und in der Regel auch keine Einzahlung in die Rentenkasse. Bei regulären Arbeitsverhältnissen und Teilzeitjobs sieht das anders aus: Sie bieten dieses ‚soziale Netz‘ und damit enorme Vorteile“, so die Gewerkschafterin.

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In ihrem Koalitionsvertrag hatte die regierende Ampel-Koalition festgelegt, den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro hochsetzen zu wollen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigte am Wochenende an, er werde in den nächsten Wochen einen Gesetzesentwurf vorlegen, damit die Umsetzung noch in diesem Jahr geschehe. „Die Erhöhung auf zwölf Euro wird und muss kommen. Das ist eine Frage der Leistungsgerechtigkeit und des Respekts vor ordentlicher Arbeit“, so der SPD-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.