Auszeichnung für herausragendes Engagement Neusser Betrieb gewinnt Integrationspreis Handwerk NRW

Rhein-Kreis · Mit vorbildlichem Einsatz für die berufliche und soziale Eingliederung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte setzt das Neusser Unternehmen ein starkes Zeichen. Dafür wurde es nun mit einem Integrationspreis Handwerk NRW ausgezeichnet. Wie die Gruppe ihre Integrationskultur lebt und welche Erfolge sie dabei verzeichnen können.

Kammerpräsident Andreas Ehlert (2.v.r.) und HWK-Geschäftsführer Christian Henke (r.) überreichen dem Unternehmen den Preis.

Kammerpräsident Andreas Ehlert (2.v.r.) und HWK-Geschäftsführer Christian Henke (r.) überreichen dem Unternehmen den Preis.

Foto: Wilfried Meyer

Das Neusser Leitungs- und Tiefbauunternehmen L.T.G. GmbH & Co.KG ist diesjähriger Träger des Integrationspreises im Handwerks- und Regierungsbezirk Düsseldorf. Der Präsident der HWK Düsseldorf, Andreas Ehlert, überreichte die Auszeichnungsurkunde nebst einem symbolischen Preisgeld in Höhe von 500 Euro an die Firmenleitung.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) und die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen würdigen alle zwei Jahre besonderes Engagement in der beruflichen und sozialen Eingliederung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. In der vierten Auszeichnungsrunde fiel die Wahl auf die L.T.G.-Gruppe, die erfolgreich mit Berufsanfängern mit Migrationshintergrund arbeitet und dabei insbesondere berufliche Qualifikationen, Beschäftigung und Aufstieg ermöglicht.

Geschäftsführer Ron Ritzer, selbst gelernter Rohrleitungsbauer, Bau- und Netzingenieur und Betriebswirt, spannt für die spezielle Ausrichtung der Personalpolitik als Ausbildungsverantwortlicher der Firma ein enggeknüpftes Netzwerk aus Berufsschulen, überbetrieblichen Ausbildungszentren, Bauleitungen und den Integrationshelfern der Kammern mit ein. „Sie sind ein Schrittmacher konsequent gelebter gesellschaftlicher Verantwortung im Handwerk und in diesem Land“, lobte Handwerkspräsident Ehlert Ritzer in seiner Laudatio. Zur „bemerkenswerten Integrationskultur der Firma“ gehören individuelle Unterstützungsmaßnahmen wie verlängerte Lernzeiten, die stützende oder trainierende Vorbereitung auf Prüfungen.

Auch außerhalb der Arbeitszeiten erfahren die Angestellten von der L.T.G.-Gruppe Unterstützung. Sei es bei Behördengängen und der Kommunikation mit Ämtern oder bei der Wohnungssuche und dem Kontakt zu Vermietern, präzisierte Ehlert die Herangehensweise des inhabergeführten Familienunternehmens mit bundesweit 400 Beschäftigten. Im betrieblichen Alltag komme es darauf an, „keine Differenzierung vorzunehmen, sondern alle Beschäftigten in unserem Unternehmen gleichermaßen wertzuschätzen“, gab Ron Ritzer in seiner Replik Einblick in das pädagogische Selbstverständnis der Firma jenseits der rein ausbildungsfachlichen Unterweisung. „Wir haben hier in der L.T.G. einfach gute Erfahrungen in Serie gerade mit Auszubildenden mit Fluchthintergrund gemacht. Diese jungen Menschen zeigen oft eine hohe Motivation, sich im Unternehmen einzubringen, schnell die Sprache und die berufsbezogenen Inhalte zu lernen – und hier schlicht komplett anzukommen“, führte Ritzer zur Motivation der Firma für ihren ungewöhnlich intensiven Einsatz um die Zielgruppe aus: „Natürlich investieren wir so auch in die Zukunft unseres Unternehmens. Es ist eine Win-Win-Situation!“

Bei L.T.G. sind aktuell Mitarbeitende aus 20 verschiedenen Nationen tätig. Alleine der „Willkommenslotse“ und Beauftragte der Handwerkskammer Düsseldorf für die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund in Ausbildung hat seit 2019 drei Auszubildende in die Firma vermittelt. Auch NRW-Integrationsministerin Josefine Paul gratulierte: „Ihr Beispiel zeigt, wie betriebliche Integration dazu beiträgt, Fachkräfte zu gewinnen, die Attraktivität von NRW für internationale Fachkräfte zu erhöhen und auch die Potenziale derer zu heben, die als Geflüchtete zu uns gekommen sind. Alle ausgezeichneten Betriebe leisten hier großartige Arbeit. Ich möchte mich dafür im Namen der Landesregierung sehr herzlich bedanken. Sie sind Vorbilder und sie schaffen Vorbilder für gesellschaftliche Teilhabe und Integration.“