Energiekosten im Rhein-Kreis Neuss IHK verabschiedet Resolution zur Energiekrise

Rhein-Kreis · Die Energiekrise trifft insbesondere energieintensive Wirtschafts- und Industriestandorte wie den Rhein-Kreis Neuss mit seiner Lebens- und Nahrungsmittel-, Aluminium und chemischen Industrie hart.

 IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz sieht die Existenz zahlreicher Betriebe durch die Energiekrise in Gefahr.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz sieht die Existenz zahlreicher Betriebe durch die Energiekrise in Gefahr.

Foto: IHK/Andreas Bischof

Adäquate Werkzeuge, den Folgen entgegenzuwirken, sind gefordert. Die Mitglieder der Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) – unter ihnen auch Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein – haben in Form einer Resolution zehn Sofort-Maßnahmen, die Unternehmen in der sich zuspitzenden Energiekrise entlasten würden, beschlossen. Das teilt die IHK mit. „Die aktuelle Situation auf den Energiemärkten bedroht in kürzester Frist die Existenz zahlreicher Betriebe, die völlig unverschuldet in diese Lage gekommen sind“, betont Steinmetz. „Die Politik muss die Tragweite dieser Krise endlich erkennen und sofortige Gegenmaßnahmen einleiten.“

Unternehmen, die entweder gar keine oder nur noch Lieferverträge zu Extrempreisen erhielten, seien leider keine Ausnahme mehr. „Diese Entwicklung würde unweigerlich in Wertschöpfungsverlusten, Produktionsstopps oder Produktionsverlagerungen ins Ausland münden“, erklärt Steinmetz. Die Strompreise auf dem Spotmarkt hätten sich mittlerweile verzehnfacht. Damit seien die deutschen Strompreise aktuell für die Industrie zehnmal so hoch wie im benachbarten Frankreich und die Gaspreise mehr als zehnmal so hoch wie in den USA. „Vor dem Hintergrund dieser Zahlen empfinden viele Unternehmen die aktuelle Lage sowie die Aussichten als perspektivlos“, so Steinmetz. Die Wirtschaft brauche deshalb jetzt konkrete Antworten und Taten seitens der Politik.

So müssten alle verfügbaren Kraftwerke wieder ans Netz geholt werden, um das Angebot im Markt zu erhöhen und die Preise abzudämpfen. Hierfür sei zwar die gesetzliche Grundlage geschaffen, allerdings scheitere die Umsetzung an zu vielen Vorgaben und Einschränkungen. Das schüre die Verunsicherung.

Auch bei den anfallenden Kosten für Unternehmen könne die Politik ansetzen. „Die neue Gasumlage sowie andere schon länger bestehende Stromumlagen sollten aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Dies würde sowohl die Unternehmen entlasten als auch für weniger Bürokratie sorgen“, erläutert Steinmetz.

Der DIHK-Vollversammlung gehören die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der 79 deutschen Industrie- und Handelskammern an.

(NGZ)
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