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Wie der Hut zum Symbol wurde

Wie der Hut zum Symbol wurde

D er Hut war nicht immer das äußere Zeichen von Stil oder gar Eleganz. Bei den Römern stand er noch für Freiheit, denn jedem aus der Gefangenschaft entlassenen Sklaven wurde ein Hut ausgehändigt. Gesellschaftsfähig wurde die Kopfbedeckung erst im 12./13. Jahrhundert. Ein besonders hoher Hut sollte vom Reichtum seines Trägers zeugen und auch der Vorläufer des heutigen Zylinders sein.

In anderen Quellen wird der Biberhut des englischen Landedelmanns um 1800 als Vorbild angegeben, wobei der Biberhut zu seiner Zeit vor allem beim Reiten zum Tragen kam. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts galt er als eher unelegant. Gleichwohl soll der englische Hutmacher John Hetherington bereits 1797 den ersten Seiden-Zylinder öffentlich getragen habe n– offensichtlich nicht nur zum Wohlgefallen seiner Landsleute, denn angeblich wurde er dafür wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bestraft.

Populär wurde der Zylinder in den 1820er Jahren – jetzt als Symbol des Bürgertums. Vom Berliner Maler Adolph Menzel erzählt man sich, dass er sich weigerte, bei der Verleihung des Schwarzen Adlerordens der Preußen 1898 seinen Zylinder abzunehmen, weil er in ihm das Zeichen des freien Bürgers in Abgrenzung zum Adel, von dem er nicht viel hielt, sah. Damit wollte er auf seine Weise auch seine Verachtung ausdrücken. hbm

(NGZ)