Verein Kulturraum Niederrhein: Werben für Kultur am Niederrhein

Verein Kulturraum Niederrhein : Werben für Kultur am Niederrhein

Von Frank Kirschstein

Von Frank Kirschstein

Flagge zeigen für Kunst und Kultur in der Region, mit diesem Ziel meldet sich der "Kulturraum Niederrhein" nach eineinhalb Jahren Zwangspause zurück. Eine drohende Insolvenz konnte jetzt abgewendet werden. Im Neusser Zeughaus feierte der Verein zehn Jahre nach Gründung seine "Wiedergeburt" - und das mit einem neu gewählten Vorsitzenden: Dr. Dieter Oesterwind aus dem Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf übernahm am Montag in Neuss die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Heinz-Josef Vogt. Stabwechsel an der Spitze des Vereins Kulturraum Niederrhein: Dr. Dieter Oesterwind (r.) übernahm den Vorsitz von Heinz-Josef Vogt. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Vogt, früher Oberstadtdirektor in Krefeld, hatte es übernommen, den Verein Kulturraum Niederrhein nach Jahren der Krise wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Und das mit Erfolg: Mit Zustimmung aller Gläubiger stellte das Amtsgericht Kleve das Insolvenzverfahren gegen den Verein ein, nachdem Gläubiger teilweise auf Forderungen verzichtet und Förderer neue Unterstützung angekündigt hatten. Mit frischen Kräften will sich der Kulturraum Niederrhein jetzt erneut für das kulturelle Leben in der Region stark machen, Kulturinstitutionen vernetzen, Impulse geben für Kulturschaffende und Kulturbegeisterte.

"Wir wollen die Menschen der Region selbst, aber auch die Nachbarn in den Großstädten stärker für den Niederrhein gewinnen", sagt der neue Vorsitzende, Dr. Dieter Oesterwind. Um dieses Ziel zu erreichen, ist geplant, die Auflage der durch den Kulturraum Niederrhein herausgegebenen Zeitschrift "Kult" mit Tipps und Hinweisen zum literarischen, musikalischen und künstlerischen Leben in der Region zu erhöhen. Das Heft soll verstärkt auch in Düsseldorf und Duisburg verteilt werden. "Viele Großstädter sind noch immer überrascht, welche kulturelle Vielfalt sie direkt vor ihrer Haustür finden können", so Oesterwind, der die überörtliche Kommunikation zwischen Kulturschaffenden und Kulturverantwortlichen in der Region verbessern möchte.

Regionale Kulturpolitik am Niederrhein koordinieren, das soll auch Aufgabe einer Konferenz der kommunalen Kulturdezernenten sein. Ziel ist es einmal mehr, Veranstaltungen und Projekte zu vernetzen, neue Sponsoren zu finden und durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit einen wirkungsvolleren Auftritt erzielen zu können. Dabei setzt der Kulturraum Niederrhein in erster Linie auf die Unterstützung bereits bestehender Veranstaltungen. Selbst will der Verein nur noch in beschränktem Maße, etwa beim Musikfest auf Schloss Wissen, als Veranstalter auftreten.

Zu viele Projekte mit zu viel Organisationsaufwand und unzureichender Finanzierung, dies war in der Vergangenheit einer der Gründe, der den Kulturraum Niederrhein an den Rand der Insolvenz getrieben hat. Jetzt wird ein gemeinsames Projekt mit zahlreichen Museen am Niederrhein und in den benachbarten Regionen der Niederlande vorbereitet: "Cross-Art" soll vor allem moderne Kunst präsentieren.

Auch an die gemeinsame Vermarktung einer "Kunststraße" am Niederrhein ist die Rede. "Wir werden uns darum bemühen, gemeinsam mit den Tourismusorganisationen der Region auch den Gästen außerhalb die kulturelle Vielfalt des Niederrheins nahe zu bringen", sagt Oesterwind. Ziel könne die Entwicklung eines "anspruchsvollen Kulturtourismus" sein, auch wenn die Verzahnung von Kultur und Tourismus in der Region zurzeit gerade erst begonnen habe.

(NGZ)
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