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Rhein-Kreis Neuss: Weniger Fälle von Noro-Virus und Grippe

Rhein-Kreis Neuss : Weniger Fälle von Noro-Virus und Grippe

Nachdem in den vergangenen Wochen viele Fälle von Erkrankungen an Noro-Viren und Grippe-Erregern beim Kreisgesundheitsamt gemeldet worden waren, scheint sich die Lage jetzt zu entspannen. "Wir rechnen damit, dass die Krankheitsfälle stark zurückgehen werden", sagt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Michael Dörr.

Nach seinen Angaben wurden seit Jahresbeginn mehr als 250 Noro-Virus-Erkrankungen im Kreis registriert – Dörr rechnet bis Ende Februar mit rund 300. "Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 405 Fälle. Also kann von einem leichten Rückgang gesprochen werden, der aber auf einem hohen Niveau bleibt." Unterdessen hat die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) für NRW beunruhigende Zahlen über Grippe-Erkrankungen veröffentlicht. Demnach stehen 2944 Infektionen in den ersten fünf Wochen diesen Jahres 277 Fällen im gleichen Vorjahreszeitraum gegenüber. Allein in der fünften Kalenderwoche habe es 968 registrierte Grippefälle gegeben, sagte Sprecher Rainer Lange.

Dieser Anstieg war in Neuss deutlich zu spüren. Die Kindertagesstätte des Familienzentrum Maria Regina in Holzheim musste für drei Tage schließen, weil nicht nur fast die gesamte Belegschaft krank gemeldet war, sondern auch mehr als 40 Kinder, wie die Leiterin Christa Heister mitteilte. Auch an der benachbarten Schule hatten sich die Krankheitsfälle gehäuft, sagte die Direktorin der Martinus-Grundschule, Rosula Hamacher. Amtsarzt Dr. Michael Dörr meint dazu: "Nach unseren Untersuchungen haben sich dort die Erreger von den Schul- auf die Kindergartenkinder übertragen."

Auch deshalb appellierte er an die Eltern, ihre Kinder, trotz etwaiger Schwierigkeiten eine Tagesbetreuung zu finden, im Krankheitsfall so lange zu Hause zu behalten, bis diese sich auskuriert hätten. Und die DAK warnt vor vorschnellen Einnahmen von Antibiotika. "Gegen eine Grippe ist ein Antibiotikum meist machtlos", sagte Rainer Lange. Die häufige Verschreibung von Antibiotika durch Ärzte fördere gefährliche Resistenzen.

(NGZ)