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Rhein-Kreis Neuss: Wegbegleiter der Gläubigen

Rhein-Kreis Neuss : Wegbegleiter der Gläubigen

Am 16. August beginnt in Madrid der Weltjugendtag. Auch rund 100 Jugendliche aus dem Rhein-Kreis Neuss werden sich auf den Weg machen. Diakon Hermann-Josef Schnitzler ist einer ihrer geistlichen Begleiter.

Neuss/Glehn Der Weg war nicht weit: Als Papst Benedikt XVI. vor sechs Jahren zum Weltjugendtag nach Köln kam, erlebte Diakon Hermann-Josef Schnitzler das katholische Großereignis hautnah. Auf dem Marienfeld bei Kerpen feierten die Gläubigen den großen Abschlussgottesdienst.

Ganz in der Nähe war Schnitzler als Seelsorger tätig. Seit einem Jahr betreut er die Gläubigen im Seelsorgebereich Neuss West/Korschenbroich. Mit 17 Jugendlichen aus diesen Gemeinden macht er sich nun auf den etwas weiteren Weg zum Weltjugendtag nach Madrid. Es wird für ihn eine Reise für den kulturellen Austausch: "Glaube wird überall auf der Welt anders gelebt.

Man kann viel voneinander lernen", agt Schnitzler. Auch Spanien werden sie erkunden. Bevor es nach Madrid geht, steht ein Besuch in Barcelona auf dem Programm. "Natürlich möchten wir uns die Stadt ansehen, aber auch dort schon auf andere Gläubige treffen", sagt Schnitzler.

Die Gruppe Jugendlicher, die mit ihm unterwegs ist, kennt der Diakon gut. Mit einigen war er 2010 in Rom auf Messdienerwallfahrt. Auch ein paar Treffen zur Vorbereitung hat es gegeben. "Ich möchte den Jugendlichen mit meinen Kompetenzen eine Hilfe sein", sagt Schnitzler.

Er sieht sich als Wegbegleiter. Einer, der zuhören will, ohne gleich Antworten vorzugeben. "Man kann sonst schnell etwas kaputtmachen." Bei den Leiterrunden der Messdiener sitzt er deshalb oft einfach nur dabei, statt sich einzumischen. Diese geistliche Unterstützung bedeutet für Diakon Schnitzler vor allem spirituelle Begleitung. "Der Bedarf ist groß", sagt er, "auch bei jungen Menschen".

Und doch sieht er sich nicht als klassischen Jugendseelsorger. "Ich bin ja nicht der Typ, der draußen mit den Jungens Fußball spielt", sagt der 52-Jährige und schmunzelt.

Ob er mit jungen oder alten Menschen in der Seelsorge zu tun habe, sei "Pott wie Deckel", sagt Schnitzler. "Wichtig ist, dass jeder Gläubige spirituelle Erfahrungen macht und merkt, was gut für ihn ist." Schnitzler geht seine eigenen, ganz neuen Wege der spirituellen Erfahrung.

In der Jugendseelsorge nutzt er soziale Medien wie Facebook, in der Männerseelsorge führt ihn sein Engagement hoch hinaus. Bei einer Hüttenwanderung will der Diakon eine Gruppe Männer aus seiner Gemeinde auf bisher unerreichte Gipfel der Spiritualität führen, die Bibel dabei immer im Rucksack. "Mir sind die Menschen kostbar und ich möchte sie motivieren", beschreibt Schnitzler seine Arbeit als Seelsorger.

Auch für die Zukunft hat er neue Ideen: "In meiner alten Gemeinde bin ich immer nach Taizé gefahren", so der Diakon. Jetzt überlegt er, auch mit einigen Neusser Gläubigen das bekannte französische Kloster zu besuchen.

(NGZ)