Rhein-Kreis Neuss: Vor und hinter die Fassade blicken

Rhein-Kreis Neuss : Vor und hinter die Fassade blicken

Rhein-Kreis Neuss Architektur spaltet. Architektur verbindet. Architektur macht glücklich. Architektur macht aggressiv. Architektur ist überall präsent. Architektur ist mehr, als nur vier Wände hoch zu ziehen, Dach drauf, fertig. Architektur ist Erlebnis. So oder so.

Der "Tag der Architektur in NRW" bietet am Wochenende 17./18. Juni wieder vielfältige Möglichkeiten, die Kunst und Philosophie des Bauens zu erkunden. Unter dem Motto "Die Stadt als Bühne" beteiligen sich mehr als 500 Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen am Tag der Architektur, an dem landesweit die Türen neuer oder erneuerter Gebäude dem Besucher offen stehen.

Präsentiert werden Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, Büro-, Verwaltungsgebäude, und Industriebauten, öffentliche Einrichtungen, Innenräume, Ladenlokale, Sport- und Freizeitstätten, Gärten und Grünflächen - kurzum Orte, die in irgendeiner Weise architektonischer Gestaltung unterliegen. Von einem Gedanken muss sich der Architekturfreak indes verabschieden: alles sehen zu wollen. Genau 537 Gebäude - neu, saniert, modernisiert, erweitert - in 197 Städten und Gemeinden können besichtigt werden.

In Neuss sind es neun Objekte, die im Dialog mit den Planern und Architekten bestaunt, bewundert, kritisiert und gelobt werden möchten. Prominentes Beispiel ist das von Ulrich Kluth gestaltete Jugendzentrum "Café Greyhound" in den Cretschmar-Hallen am Hafenbecken 1.

Was in einer nur 5,20 breiten Baulücke entstehen kann, zeigt das Am Römerlager 37 entstandene Einfamilienhaus, das über eine Wohnfläche von 175 Quadratmetern verfügt. Die offene Bauweise bietet von beinahe allen Winkeln des Hauses die Aussicht auf den Rhein. An der Karl-Schorn-Straße wurde hingegen auf einem annähernd dreieckigen Grundstück ein Gebäude errichtet, das den ungewöhnlichen Zuschnitt nachgerade zu inszenieren scheint.

In Grevenbroich kann der Kindergarten an der Schillerstraße besichtigt werden, in Dormagen können sich die Besucher in einem Privathaus umschauen.

Neubauten sind aufgrund der demographischen Entwicklung künftig eher die Ausnahme denn die Regel. Ein Trend, der unter dem Begriff "Bauen im Bestand" die Architekten herausfordert. "Gerade für ein dicht besiedeltes Bundesland wie Nordrhein-Westfalen ist es wichtig, neue Ideen und Planungsansätze zur Weiterentwicklung bestehender Bauwerke zu präsentieren und zu diskutieren", betont der Präsident der Architektenkammer NRW, Hartmut Miksch.

Der Tag der Architektur wird zum elften Mal ausgerichtet. Die Architektenkammer sieht die Veranstaltung als Chance, Architektur im wörtlichen Sinn begreifbar zu machen.

Beteiligen können sich Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner, die in den vergangenen fünf beziehungsweise acht Jahren Objekte in Nordrhein-Westfalen realisiert haben. Im vergangenen Jahr ergriffen mehr als 30 000 Menschen die Gunst der Stunde, nicht nur vor, sondern auch einmal hinter die Fassade schauen zu können - und den Blick zu weiten für das, was möglich ist.

Die Broschüre zum Tag der Architektur erscheint Mitte Mai; kostenloser Bezug über die Rufnummer 0211 / 49 67 12 oder via E-Mail tda@aknw.de.

(NGZ)