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Rhein-Kreis Neuss: Volksbank auf Partnersuche

Rhein-Kreis Neuss : Volksbank auf Partnersuche

Nach der geplatzten Fusion der Raiffeisenbank Grevenbroich mit der Volksbank Meerbusch plädiert die Volksbank Düsseldorf Neuss für eine Fusion aller genossenschaftlichen Banken im Kreis.

Die Volksbank Düsseldorf-Neuss hat sich für eine Fusion aller genossenschaftlichen Banken im Rhein-Kreis ausgesprochen. "Eine Fünfer-Fusion ist das Einzige, was langfristig Sinn macht", sagte Vorstandssprecher Rainer Mellis. Betroffen von einer solchen Fusion wären neben der Volksbank Düsseldorf Neuss, die Volksbank Meerbusch, die VR Bank Dormagen, die Raiffeisenbank Kaarst und die Raiffeisenbank Grevenbroich. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass eine geplante Fusion der Volksbank Meerbusch und der Raiffeisenbank Grevenbroich geplatzt ist, weil sich der Aufsichtsrat der Meerbuscher Bank dagegen entschieden hatte.

Grundsätzlich herrscht bei vier der fünf genossenschaftlichen Banken im Kreis aber Einigkeit darüber, dass Kooperationen und gar Fusionen für die Zukunft richtungsweisend sind – gerade vor dem Hintergrund verschärfter Regularien der Gesetzgeber aus Berlin und Brüssel.

Mellis bezieht sich auf die alte Bankenweisheit "Ein Markt – eine Bank", den Kreis betrachtet er als diesen einen Markt: "Den innergenossenschaftlichen Wettbewerb brauchen wir nicht. Die Banken sollten ihre unterschiedlichen Stärken gemeinsam ausbauen." Mit einer wie bis zum Scheitern der Gespräche zwischen Grevenbroich und Meerbusch angedachten Zweier-Fusion überbrücke man nur Zeit, auf Dauer reiche so etwas nicht aus.

Theodor Siebers, Vorstandsvorsitzender der Dormagener VR Bank, betrachtet eine Fünfer-Fusion "durchaus nicht als ausgeschlossen": "Der Weg dahin führt aber über Zweier-Fusionen", sagt er. Eben eine solche, wie sie jetzt zwischen der Volksbank Meerbusch und der Raiffeisenbank Grevenbroich gescheitert ist. Die Meerbuscher Volksbank wollte sich aktuell nach der Absage an die Grevenbroicher Nachbarn nicht zu Kooperationen oder gar Fusionen äußern. Dort verweist man lediglich auf die Stellungnahme zur geplatzten Fusion: Darin hatte der Vorstandsvorsitzende Carsten Graaf darauf hingewiesen, wie wichtig die "harmonisch praktizierte Kooperation" der beiden Banken sei und dass diese bestehen bleibe. In Grevenbroich ist man derweil weiter offen für neue Partner: "Ob wir auf jemanden zugehen und jemand auf uns – das wird sich zeigen", sagte Vorstandssprecher Friedhelm Franken. Der Neuss-Düsseldorfer Volksbanker Mellis mahnt an: "Früher oder später müssen wir uns Gedanken über Betriebsgrößen machen." Das heißt im Klartext: Ganz ohne Stellenabbau wird das als nötig betrachtete Zusammengehen der Banken nicht gehen. "Bei unseren fünf Banken gibt es jeweils zwei Vorstände. Und zehn für eine Bank – das wäre definitiv zu viel."

Ablehnend steht die Raiffeisenbank Kaarst solchen Gedankenspielen gegenüber: "Wir haben keinerlei Fusions- oder Kooperationsabsichten", sagte der dortige Vorstandsvorsitzende Heinz-Josef Maaßen. Ziel sei weiterhin die Eigenständigkeit der Kaarster Bank. Natürlich belasteten die zunehmenden Regularien auch das dortige Institut. Maaßen glaubt dies jedoch auch künftig auffangen zu können, indem administrative Tätigkeiten, wie das Controlling, an Partner im Verbund, etwa die WGZ-Bank in Düsseldorf, ausgelagert werden.

(NGZ)