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Verwaltung im Rhein-Kreis stellt Sanierungspläne fürs Berufsbildungszentrum Dormagen vor

Investition in Berufskolleg im Rhein-Kreis : Verwaltung stellt Baupläne fürs BBZ vor

Das Berufsbildungszentrum Dormagen muss saniert werden. Kreis favorisiert 10-Millionen-Euro-Variante. Ein Neubau würde Kosten von fast 30 Millionen Euro verschlingen.

Bei der ersten Sitzung des Planungs-, Klimaschutz- und Umweltausschusses des Rhein-Kreises nach der Kommunalwahl im September war die bauliche Situation des Berufsbildungszentrums (BBZ) Dormagens ein Hauptthema. Einig waren sich alle darin, dass das BBZ am Standort Dormagen richtig und wichtig ist. Die Schulleitung begrüße die Planung der Kreisverwaltung in der jetzt vorgelegten Form, meinte Bauderzernent Harald Vieten als Vertreter der Verwaltung. Weniger das Ob als vielmehr das Wie sorgte für Redebeiträge über die vier Varianten der Sanierung, beginnend bei einer einfachen Substanzbewahrung für 6,5 Millionen Euro bis hin zum Neubauprojekt für fast 30 Millionen Euro.

„Im Zuge der geplanten Sanierung der Fensteranlagen am BBZ Dormagen hat sich herausgestellt, dass die gesamte Fassade in einem bauphysikalisch und statisch mangelhaften Zustand ist und saniert werden muss“, so die von der Kreisverwaltung geschilderte Ausgangslage. Man solle, in Anbetracht der aktuellen Pandemie nicht nur eine energetische Sanierung be-, sondern auch die Digitalisierung vorantreiben und für eine angemessene Lüftungstechnik sorgen, meinte etwa Doris Hugo-Wissemann (SPD). Wolfgang Wappenschmidt von den Christdemokraten hingegen sah keine Notwendigkeit für eine spezielle Klimaanlage. Eine energetische Sanierung sei angemessen. Er unterstütze damit den Standpunkt von Vieten, der zu bedenken gab, dass eine Sanierung mit dem Einbau einer Klimaanlage so teuer würde wie ein kompletter Neubau.

 Kreisbaudezernent Harald Vieten stellte die Pläne im Planungsausschuss vor.
Kreisbaudezernent Harald Vieten stellte die Pläne im Planungsausschuss vor. Foto: Rhein-Kreis Neuss

Hinzu kämen dann immense Energiekosten durch den Betrieb einer derartigen Anlage. Selbstverständlich würde eine Sanierung eine umfassende Digitalisierung beinhalten. Er wie auch die Schulverwaltung favorisieren die bauliche Lösung, bei der die energetische Sanierung den Kern ausmacht und die rund zehn Millionen Euro kosten würde.

Beschlossen ist nach der digitalen Sitzung noch nichts, es gab das „Meinungsbild“, das der Verwaltung signalisieren soll, wohin die Reise nach Ansicht der Politiker gehen könne. Die wird auch dazu führen, dass das BBZ Dormagen zum Schuljahr 2021/2022 die bestehenden Bildungsgänge im Chemiebereich um eine Fachschule für Technik, Fachrichtung Umweltschutztechnik ergänzen wird. Der Bildungsgang soll in Teilzeitform einzügig mit der Option der Zweizügigkeit angeboten werden und ermöglicht die Abschlüsse der Fachschule der beruflichen Weiterbildung. Das Berufsbildungszentrum Dormagen hat seit vielen Jahren die Fachschule für Technik in der Fachrichtung Chemietechnik mit den Schwerpunkten Labor- und Betriebstechnik. Seit geraumer Zeit gewinnt der technische Umweltschutz immer größere Bedeutung.

In NRW gibt es aktuell zwei Fachschulen für Umweltschutztechnik in Werl und in Gelsenkirchen. Um insbesondere den Anforderungen der Energiewende Rechnung zu tragen, sei die Einrichtung des Bildungsgangs im Rheinland sinnvoll. Als einschlägige Berufe, die zum Besuch der Fachschule für Technik, Fachrichtung Umweltschutztechnik berechtigen, kommen neben den Chemieberufen, Installateure, Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik, Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Abwassertechnik und Rohr-, Kanal- und Industrieservice sowie Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger in Betracht.