1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Meerbusch: Verträgliche Kunst in der Mühle

Meerbusch : Verträgliche Kunst in der Mühle

Lank-Latum Zum 21. Mal hat sich die Initiative "Kunst aus Meerbusch" zu ihrer jährlichen Ausstellung in die Teloy-Mühle in Lank-Latum geladen. Vierzehn Künstler stehen für eine große Bandbreite an verschiedenen Techniken.

"Die Kunst ist verträglich wie wir Menschen auch" sagt Herbert Haas und erklärt, dass seine Werke vermutlich auseinander brächen, wenn man sie aus dem Rahmen holen würde. Haas gehört zum Kreis der 14 Künstler, die seit Montag in der Teloy-Mühle zeigen, wie groß das Spektrum kreativer Ausdrucksformen in Meerbusch ist.

Messlatte hoch angesetzt

Messlatte sehr hoch Bereits seit 1985 präsentiert die Initiative "Kunst aus Meerbusch" der Öffentlichkeit jährlich eine neue Auswahl an bildender Kunst. Sie will Forum für unabhängige Künstler sein, die- keinem Veren angehören, betont die Vorsitzende Gisela Bretz. Die Messlatte bei der Auswahl der Teilnehmer liege sehr hoch.

Die Juroren seien sehr kritisch. Den Besuchern ist es recht. Sie bekommen eine vielfältige Bandbreite geboten: Von Acryl- und' Aquarell über Collagen und Fotos bis hin zu Holz- und Steinarbeiten ist alles mit dabei. "Das macht den Reiz upserer Ausstellung aus. Wir vereinen junge und ältere Künstler mit ganz unterschiedlichen Techniken unter einem Dach", sagt Bretz.

Dabei wird Kunst zum Anfassen und nicht zum hochtrabenden Besprechen bei Champagner gezeigt. Bei einem Glas Wein oder einer Tasse Kaffee kommen Besucher und Künstler ins lockere Gespräch. Ein Button mit dem jeweiligen Namen des Künstlers lässt die Hemmschwelle zusätzlich sinken.

Abgerundet wird die Vernissage durch die musikalische Untermalung der Gruppe Traversee mit Stefan Wagner (Flöte) und Thomas Blockenberg (Gitarre). Auch Bretz diskutiert mit den Gästen angeregt über ihre Exponäte. Sie hat dünne Dolomitsteine derartig mit einer Säge bearbeitet, die sie fast aufbrechen lassen.

Unwirkliche Irritation

"Für den Betrachter entsteht eine Irritation, die so in der Wirklichkeit gar nicht möglich ist", erklärt Bretz. Während sie das Publikum mit ihrer Begeisterung sichtbar ansteckt, tastet ein Besucher ihre Steine neugierig ab. Andernorts wäre dies eine Todsünde. Hier ist diese sinnliche Form des Entdeckens von Kunst hingegen gern gesehen.

Die beeindruckendsten Bilder sind die farbintensiven Großformate von Arno Mair. Auf zwei 3,40 mal 1,40 Meter großen Leinwänden hat er zum einen eine Lichtung, zum anderen eine schneebedeckte Gebirgslandschaft dargestellt. Die mit einem Spachtel aufgetragenen Farben mischen sich dabei kaum.

"Es ist für mich immer wieder überraschend, welche spontanen Farben und Formen bei dieser Technik entstehen", sagt der Lank Latumer. Farbe Rot dominiert Bei Haas dominiert die Farbe rot. Der Name "Liebesbrand 1-IV" für die vier Bilder des ehemaligen Strümpers liegt da nahe. "Ich habe meine Bilder tatsächlich für kurze Zeit in Brand gesetzt. Das hat Spuren hinterlassen. Spuren, die sich in die Bildgeschichte eingebrannt haben", sagt Haas.

Info Die Jahresausstellung der Initiative "Kunst aus Meerbusch" ist noch bis zum 14. Mai in der Teloy-Mühle an der Kemperallee inLank-Latum'zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 16 bis 18.30 Uhr sowie samstags, sonntags und am heutigenMaifeiertag von 11 bis 18 Uhr. Info: www.kunstausmeerbusch.de

(NGZ)