Wahlkreis 45 - Grevenbroich / Dormagen / Rommerskirchen: Überraschung: Thiel schlägt Wimmer

Wahlkreis 45 - Grevenbroich / Dormagen / Rommerskirchen : Überraschung: Thiel schlägt Wimmer

Jetzt ist es offiziell. Der SPD-Herausforderer Rainer Thiel schlägt Wiljo Wimmer mit 39,7 zu 37,4 Prozent der Erststimmen und zieht in den Düsseldorfer Landtag ein. Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 45 lag bei 60,6 Prozent.

"Ich bin überwältigt und dankbar", freute sich Thiel. Er war bereits während der laufenden Auszählung zuversichtlich gewesen. "Das sieht sehr gut aus", sagte er und behielt damit am Ende Recht.

SPD-Chef im Rhein-Kreis Klaus Krützen (links) und Albert Glöckner, SPD-BM aus Rommerskirchen, haben gut lachen. Foto: Frank Kirschstein

Wiljo Wimmer äußerte sich schon, während die Auszählung noch lief. Er sagte: "Wenn es so bleibt, dann gratuliere ich Rainer Thiel und hoffe, dass er sich in Zukunft genauso stark für den Rhein-Kreis einsetzt. Ich habe mir im Wahlkampf nichts vorzuwerfen. Norbert Röttgen hatte zu wenige verbindliche Positionen. Das war nicht hilfreich."

Die Stimmen zur Wahl:

Unterdessen meldet sich Grevenbroichs FDP-Chef Markus Schumacher aus Berlin. "Die Stimmung bei der FDP in der Hauptstadt ist super. Wir haben im Wahlkampf klar Kante gezeigt und sind dafür belohnt worden."

Albert Glöckner (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Rommerskirchen, ist sehr erfreut von den ersten Hochrechnungen im Land und den ersten ausgezählten Bezirken in Rommerskirchen: "Das ist ein glücklicher Tag für die SPD, deren Wähler nach Hause gekommen sind."

Glöckner empfiehlt der rot-grünen Landesregierung jedoch, weiterhin auf die CDU zuzugehen: "Die Kompetenz der CDU-Kollegen sollte weiterhin genutzt werden." Für Rommerskirchen zeichnet sich eine Mehrheit für die SPD ab. Für Glöckner ist noch mehr entscheidend: "Die den Bürgermeister tragende Mehrheit geht auf 60 Prozent zu, das ist auch ein Voraussignal für die nächste Bürgermeister-Wahl."

Peter Cremerius, FDP-Kandidat, sagt: "Ich bin stolz auf diesen Erfolg, denn ich bin der Partei beigetreten, da lag sie in Umfragen bei zwei Prozent. Ich war und bin von Christian Lindner überzeugt, er verkörpert den modernen Typus des Politikers!"

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Grevenbroich, Norbert Gand, räumt die Niederlage seiner Partei ein. Zum Rücktritt von Norbert Röttgen sagt er: "Das ist die richtige Konsequenz. Röttgen ist im Wahlkampf blass geblieben und hat den Bürgen die Themen nicht nahe gebracht."

Klaus Krützen, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion im Rhein-Kreis Neuss zeigt sich hocherfreut über die Prognose. "Das ist eine Ohrfeige für Röttgens Schlingerkurs", sagt er und macht sich Hoffnungen auf Direktmandate für die SPD im Rhein-Kreis.

Im Rhein-Kreis Neuss ist die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2010 leicht angestiegen. Bis 16 Uhr gaben 58,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, was einem Zuwachs von etwa zwei Prozentpunkten entspricht.

Im Wahlkreis 45, der die Kommunen Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen umfasst, können sich die Wahlberechtigten bei der Erststimme zwischen sechs Direktkandidaten und bei der Zweitstimme zwischen 17 Parteien entscheiden.

Bei der Landtagswahl 2010 setzte sich der Dormagener Rechtsanwalt Wiljo Wimmer (CDU) gegen den Kapellener Edmund Feuster (SPD) durch. Mit 43,8 gegenüber 34,6 Prozent der Stimmen hatte Wimmer allerdings den knappsten Vorsrpung in den drei Wahlkreisen im Rhein-Kreis Neuss.

Seitdem ist in den NRW-weiten Umfragen allerdings die Zustimmung für die SPD gestiegen und die Zustimmung für die CDU gesunken. Nun spielt natürlich gerade bei der Erststimme der Auftritt der Direktkandidaten vor Ort eine große Rolle, doch könnte es für Wimmer dieses Mal knapp werden.

Sein SDP-Herausforderer 2012 heißt Rainer Thiel. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rhein-Kreis Neuss ist auf Platz 106 der Landesliste in nahezu aussichtloser Position und muss deshalb bei den Erststimmen voll auf Sieg setzten. Doch auch Wimmer zeigt sich zuversichtlich, dass er seinen Wahlkreis verteidigen wird.

Alle vier Kandidaten der kleineren Parteien stehen nicht auf der Landesliste ihrer Partei und haben damit nahezu keine Chance, in den Landtag einzuziehen.

Die FDP schickt den Arzt Peter Cremerius ins Rennen, der vielen Bürgern in seiner Funktion als Präsident des traditionsreichen BSV Grevenbroich und als ehemaliger Schützenkönig bekannt ist.

Die Grünen haben den Politikwissenschaftler Martin Knoke aus Dormagen aufgestellt, der Jurist Oliver Schulz aus Grevenbroich ist der Direktkandidat der Linken. Auf ein wesentlich besseres Ergebnis darf der Pirat Rafael Kazior hoffen, der bereits vor zwei Jahren für die Piraten angetreten war.

(top/jco)
Mehr von RP ONLINE