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Rhein-Kreis-Wettstreit: Dormagen: Touristen-Magnet und Chemie-Standort

Rhein-Kreis-Wettstreit: Dormagen : Touristen-Magnet und Chemie-Standort

Die Dormagener sind meist in ihren Ortsteilen verwurzelt und gleichwohl stolz auf ihre Heimatstadt. Ob für Kinder, Historiker oder Naturliebhaber – keine Kommune im Rhein-Kreis Neuss hat mehr zu bieten, finden sie.

Die Dormagener sind meist in ihren Ortsteilen verwurzelt und gleichwohl stolz auf ihre Heimatstadt. Ob für Kinder, Historiker oder Naturliebhaber — keine Kommune im Rhein-Kreis Neuss hat mehr zu bieten, finden sie.

So unterschiedlich und selbstbestimmt die Dormagener sich in ihren jeweiligen Ortsteilen auch fühlen mögen, sie eint ihr Stolz in das, was sie vorzuzeigen haben: Der "Rhein-Kreis-Wettstreit" ist für sie die Chance, mit stolz geschwellter Brust und als die touristisch wohl erfolgreichste Kommune mal eben nur die wirklich großen Besonderheiten zu nennen: die Klosterbasilika in Knechtsteden, das historische Zons und die grünen Höhepunkte mit Tannen- und Chorbusch. Lieber buntes, lebendiges Treiben oder doch die Stille genießen? Kein Problem, die Auswahl ist groß.

Geht es um den schönsten Wanderweg, die schönste Fahrradstrecke oder den stillsten Ort, dann findet es NGZ-Leserin Andrea Ooster "toll, mit einer Antwort gleich drei Fragen beantworten zu können". Der Chorbusch im Westen von Hackhausen ist für sie "der stillste Ort in ganz Dormagen. Der beste Beweis: Rehe und Füchse sind dort anzutreffen, sie sagen sich dort wirklich gut' Nacht. Wer also mal eine Stunde lang nichts außer Vogelgezwitscher hören möchte ..." Eine Alternative, die gleichsam ein Geheimtipp sein dürfte, bietet Guido Schenk, Chef des Stadtmarketings: "Der stillste Ort ist für mich die Terrasse im Park von Burg Friedestrom. Selbst wenn die Gäste in Sechserreihen durch die Schlossstraße schieben, kann man dort entspannt die Seele baumeln lassen."

Dormagen ist die waldreichste Kommune im Rhein-Kreis. Der Charme liegt vor allem in der Vielseitigkeit dieses grünen Angebots: Im Tannenbusch mit Geopark, Tiergehegen und Spielplatz fühlen sich auch Kinder wohl, der Geschichts- und Kulturinteressierte schaut im benachbarten Kloster Knechtsteden aus dem 12. Jahrhundert vorbei, mit einer "einmaligen Mischung aus romanischen und gotischen Elementen", sagt Guido Schenk. Das Kloster gehört für die Dormagener zu den markantesten Orten, ebenso wie das alte Rathaus — das einmal ein Gefängnis beheimatete, wie Eduard Breimann verrät — und die Zoll-, Petrus- und Rheintürme in Zons. Auch für Markus Bordelius zählt Zons mit der "schönen geschlossenen Stadtbefestigung" zu den Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss. Für Andrea Ooster geht es auch eine Nummer kleiner. Sie nennt den Springbrunnen an der Bahnhofstraße/Ecke Friedrich-Ebert-Straße, "ein Relikt aus einer anderen Zeit. Als Kinder durften wir sogar darin baden".

Für ihre Gäste halten die Dormagener eine ganze Reihe von Geheimtipps bereit. Ein Muss ist natürlich eine Fahrt mit dem kleinen, historischen Piwipper Böötchen, das in Rheinfeld startet und nach Monheim übersetzt. Für Markus Bordelius ist der "Marmeladenstand auf dem Zonser Matthäusmarkt " ein Highlight. Diesen Hinweis ergänzt Guido Schenk mit dem "Joghurt aus der Bauernkäserei Heuser an der Schulstraße in Stürzelberg" sowie mit dem "selbst gemachten Eierlikör und den Obstbränden im Klosterladen in Knechtsteden".

Geht es um die schönste Fahrradstrecke, sind sich alle einig; am besten entlang des Rheins. Entweder vom Stürzelberger Grund bis nach Zons, so wie es Schlager-Sängerin Fabienne Rothe gerne tut, oder ab dem Bayer-Werk auf dem Rheindeich bis Zons. "Man genießt den Rhein, der hier einen großen Boden macht, die Weiden im Naturschutzgebiet", schwärmt Breimann.

Wie der Dormagener eigentlich tickt, hat Markus Bordelius treffend formuliert: "Ob Stürzelberg, Zonser oder Straberger — man fühlt sich als Dormagener und kennt sich." Am spannendsten ist es dann freitags, wenn Markt in der City ist und man vom Café aus die "Lück beobachtet — herrlich", sagt Guido Schenk. Hobby-Historiker Breimann nennt eine Variante: "Der Dormagener, der seine Vorfahren bis zum vorletzten Jahrhundert nachweisen kann, ist in der Minderheit. Ihn gibt es, er ist meist Fan vom ,Effzeh'. Die anderen kamen, von Bayer, der Brauerei oder Zuckerfabrik angeworben von überall her. Sie halten zu Gladbach oder Fortuna und alle sind die ,typischen' Dormagener geworden."

(NGZ)