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Rhein-Kreis Neuss: Tipps fürs Wohnen im Alter

Rhein-Kreis Neuss : Tipps fürs Wohnen im Alter

Viele Menschen wollen auch im Alter in ihren eigenen vier Wänden leben. Darauf reagieren der Rhein-Kreis Neuss und die Caritas: Sie stellten gestern die neue Wohnberatungsagentur für Senioren in Neuss und Grevenbroich vor.

Ohne Rollstuhl geht's nicht mehr, aber die Türen in der Wohnung sind zu schmal — und im Bad fehlt die benötigte stufenfreie Dusche. Solche Fragen beschäftigen viele Menschen im Rhein-Kreis Neuss. Rat und Informationen gibt's jetzt in der neuen Wohnberatungsagentur für Senioren-, hilfe- und pflegebedürftige Menschen sowie für Menschen mit Behinderungen bei der Caritas — an der Friedrichstraße in Neuss und Bergheimer Straße in Grevenbroich. Kreis und Caritasverband schlossen dafür einen Vertrag.

"Viele Menschen möchten möglichst lange im vertrauten Umfeld bleiben", begründete Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die neue Einrichtung, die die Seniorenberatung ergänzt. "Wenn alte Menschen etwa nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr selbstständig allein zu Hause leben können, steht oft schnell der Umzug ins Altenheim an", so Petrauschke. Der Kreis sieht aber Interesse an Alternativen.

Die Seniorenzentren seien eine gute Lösung für pflegebedürftige Menschen, "aber es stellt sich doch die Frage, ob für alle geplanten Bauprojekte künftig eine ausreichende Nachfrage besteht", so der Landrat. Nach dem Prinzip "Ambulant vor Stationär" wollen Kreis und Caritas "helfen, dass Menschen so lange wie möglichst zu Hause leben können", wie Caritas-Vorstand Norbert Kallen erklärt. Die drei Beraterinnen — Ursula Tillmann und Marion Schröer in Neuss sowie Beate Müller in Grevenbroich — stehen telefonisch für Fragen bereit, sehen sich die Wohnsituation aber auch selbst an, um Lösungen zu finden.

"Oft reichen kleinere Umbauten, damit Menschen zu Hause bleiben können. Vielleicht müssen einige Stolperecken beseitigt oder Türöffnungen verbreitert werden, oder es ist ein Treppenlift nötig", sagt Ines Manolias von der Gebäudewirtschaft des Kreises. Die Architektin unterstützt bei Fachfragen die Agentur. Sie berät auch, wie Umbauten finanziell gestemmt werden, wo es Fördermöglichkeiten gibt. Die Beraterinnen haben auch alternative Wohnformen im Blick — etwa Senioren-Wohngemeinschaften.

Durch die Beratung hofft der Kreis auch auf finanzielle Entlastung. Für Hilfe zur Pflege und Wohngeld für stationäre Unterbingung "sind 20 Millionen Euro im Etat vorgesehen, doch die Kosten liegen um drei Millionen Euro höher", so Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz.

(NGZ/rl)