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Meerbusch: Textbänder ziehen in die Bücherei

Meerbusch : Textbänder ziehen in die Bücherei

Meerbusch Noch Lernende und keine teuren Profis auf eine Planung anzusetzen, hat in der Realschule schon vor Jahren Schule gemacht. Damals arbeiteten Studenten von Professor Rolf Nagel ein Wirtschaftlichkeitskonzept für die Nutzung des Bacher-Gebäudes als Freizeitpark aus.

Meerbusch Noch Lernende und keine teuren Profis auf eine Planung anzusetzen, hat in der Realschule schon vor Jahren Schule gemacht. Damals arbeiteten Studenten von Professor Rolf Nagel ein Wirtschaftlichkeitskonzept für die Nutzung des Bacher-Gebäudes als Freizeitpark aus.

Im vergangenen Jahr klopfte daher ein Mitglied des Fördervereins bei der Fachhochschule, Fachbereich Architektur und Design, an und tatsächlich: Gleich 40 Studenten waren bereit, im Rahmen einer Semesterarbeit Entwürfe für eine neue Schulbibliothek zu erstellen.

"Wir mussten ihrer Kreativität aber von vorneherein Grenzen setzen. Die hätten uns sonst tolle, aber unbezahlbare Sachen hingebaut", erklärt Rektor Burkhard Wahner.

Mit der Neugestaltung will der Förderverein den Wissensdurst der Schüler weiter anfachen, den der neue Büchereistandort im Erdgeschoss ausgelöst hatte. Vor sechs Jahren hatten die Deutschlehrer entsetzt festgestellt, dass ihre Schützlinge überhaupt nicht mehr lesen. Daraufhin hatte sich der Förderverein zunächst bemüht, interessante Jugendliteratur anzuschaffen.

Die Rechnung ging auf, die provisorische Bücherei wurde immer stärker frequentiert, der Ausleihbetrieb liegt inzwischen in Hand der älteren Schüler. Jetzt soll das von Aleksandra Jablanovic, Melanie Wichert und Moritz Schmidt entworfene, anregende Design zusätzlich Lust auf Lesen machen. Wie ein "Impuls" soll dieses Epizentrum des Wissens in die gesamte Schule hinaus strahlen. Um das bildhaft zu machen, sollen von dort aus Spruchbänder mit ausgewählten Zitaten und Aphorismen in konzentrischen Kreisen in das Schulgelände laufen.

"Lesen macht sexy" oder "Wie viel Text passt in ein Universum?" sind einige der Texte, die von den Schülern ausgesucht wurden. Schon von außen eröffnet eine neue Verglasung in Höhe der Bücherschächte Einblicke und zieht damit in die Bücherei. Im Innern laufen die Textbahnen auf einen Mittelkreis zu, der zum gemeinsamen Lesen und Kommunizieren einlädt. Das runde großflächige Deckenlicht darüber leuchtet den Sitzkreis inselhaft aus.

Darüber hinaus sorgen Lichtschächte und weitere Lichtspots für einladende Helligkeit. Zu dem festinstallierten Kreis gesellen sich noch mehrere mobile Hocker, die in anregenden Farben lackiert sind. Mit Kosten von 50 000 Euro hat das Konzept dennoch die Möglichkeiten des Fördervereins gesprengt.

Deshalb wirbt die Schule mit Hilfe eines Flyers um Sponsoren, sie hofft insbesondere auf die materielle oder sachkundige Hilfe ortsansässiger Handwerker. Auch die Stadt wird im Rahmen ihrer Unterhaltsmaßnahmen einen Beitrag leisten und Panorama- und Sichtfenster austauschen.

(NGZ)