Rhein-Kreis Neuss: Täglich 32.000 Päckchen fürs Fest

Rhein-Kreis Neuss : Täglich 32.000 Päckchen fürs Fest

In den DHL-Zustellbasen hat die arbeitsreichste Zeit des Jahres begonnen. Ein Grund des Booms: Immer mehr Kunden bestellen Waren im Internet. Die Waren werden von Düsseldorf in den Rhein-Kreis ausgeliefert. Darunter sind auch Kuriositäten wie Kaminholz oder eine Badezimmergarnitur.

Der Arbeitstag beginnt mit Packen. Zügig greift Bassam El Rayess auf der Rampe nach Paketen, stellt sie binnen Sekunden auf die Ablagen des Gepäckraums des gelben Lieferwagens. Es ist kurz nach halb acht am Morgen in der DHL-Zustellbasis an der Kölner Straße in Düsseldorf und der Paketzusteller bereitet sich auf seine Fahrt vor. In diesen Tagen müssen El Rayess und seine rund 200 Kollegen täglich mehr Pakete in die Wagen hieven. Seit November herrscht Urlaubstopp, denn immer mehr Menschen bestellen kurz vor Weihnachten Geschenke oder verschicken Pakete an ihre Verwandten.

Das spürt auch Michael Thomassen. Seit sechs Jahren ist er Leiter der Zustellbasis, die von Düsseldorf aus auch Ratingen, Dormagen und Neuss beliefert. "Immer mehr Menschen bestellen bei Internetversandhändlern wie Amazon", sagt er und verweist auf die Zahlen. Sind es an manchen schwachen Sommertagen rund 15 000 Pakete, die die Zustellbasis verlassen, sind es aktuell rund 32 000 Stück. Ende November verzeichnete er einen Anstieg des Paketaufkommens von rund 15 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Nicht immer sind es Süßigkeiten oder kleine Präsente, die per Paket nach Düsseldorf geschickt werden. Jeden Morgen erreichen vom Verteilzentrum für die Region in Krefeld ab 3 Uhr morgens Sendungen in allen erdenklichen Formen und Größen die Landeshauptstadt. "Es gibt nichts, was nicht schon als Paket verschickt wurde", erzählt Post-Sprecher Achim Gahr. Über Fahrräder und Matratzen wundert sich in der DHL-Zustellbasis niemand mehr, eher schon über die Winterreifen und das Kaminholz, das bereits verschickt wurde. Auch eine komplette Badezimmergarnitur samt Badewanne wurde schon abgefertigt und ausgeliefert.

Zwischen all den Paketen und Packwagen zieht Anastasia Caragiozidis mit einem Handwagen durch die große Halle. Sie versorgt die Paketboten an der Laderampe mit frisch gebrühtem Kaffee. Zwischendurch bleibt trotz Hektik immer Zeit für einen kurzen Plausch. "Ich bin selbstständig und habe im Gebäude einen festen Stand, doch die Zusteller haben selten Zeit, mal vorbeizukommen", erzählt sie.

Für Bassam El Rayess ist die Vorweihnachtszeit etwas ganz Besonderes. "Viele bekommen Pakete von Menschen, die sie lange nicht gesehen haben", sagt der Paketbote. In diesen Momenten die Freude der Kunden zu sehen, sei das Schönste an seinem Beruf. Das mache auch das Treppensteigen vergessen.

Doch der Winter bringt auch härtere Arbeitsbedingungen mit sich. So sei es vorgekommen, dass in nicht gestreuten Straßen Pakete nicht zugestellt werden konnten.

(NGZ)