1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Rhein-Kreis Neuss: Studie: Gute Aussichten für Wirtschaft im Kreis

Rhein-Kreis Neuss : Studie: Gute Aussichten für Wirtschaft im Kreis

Für das Mittelstandsbarometer 2013 wurden 500 Unternehmen im Kreis befragt. Das Ergebnis: Die Lage ist besser als die Stimmung.

Zusammengefasst in einem Index sieht die Lage im Rhein-Kreis Neuss ein bisschen weniger rosig aus als noch 2012: 112 Punkte zeigt das Mittelstandsbarometer 2013. Im Vorjahr waren es noch vier mehr.

Leichter Rückgang, aber alles im grünen Bereich: Jürgen Steinmetz, Chris Proios, Hans-Jürgen Petrauschke, Michael Schmuck, Rainer Bovelet und Stephan Meiser (v.l.) stellten das Mittelstandsbarometer vor. Mit Blick aufs Konjunkturklima in den Städten und Gemeinden ergibt sich ein differenziertes Bild. Schlusslicht ist Jüchen, als einzige Kommune unter der 100-Punkte-Grenze des Index. Foto: woi

Die Initiatoren der inzwischen sechsten jährlichen Telefonumfrage bei 500 Unternehmen im Rhein-Kreis sehen das allerdings nicht als Warnsignal. "Die im Vorjahr gemessene konjunkturelle Abkühlung hat sich verfestigt. Aber: Der Trend für die nächsten Monate ist wieder positiv", sagt Chris Proios von der Creditreform Düsseldorf/Neuss, die die Studie gemeinsam mit dem Rhein-Kreis und der Sparkasse Neuss in Auftrag gegeben hat.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke interpretiert die Daten ähnlich: "Unsere regionale Wirtschaft ist gut durch eine zeitweise Schwächephase zum Jahreswechsel 2012/13 gekommen." Dass dies gelungen sei, liege vor allem an überdurchschnittlichen Investitionen im Kreisgebiet. "Vor allem im Umweltbereich wird massiv investiert", erklärt Rainer Bovelet, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Den Vorsprung des Kreises zeigen auch Zahlen zu den Gesamtinvestitionen pro Einwohner. Der Kreis kommt danach 2012 auf 1850 Euro, Düsseldorf dagegen liegt bei 500, der Kreis Mettmann bei 600 Euro. Solche Ergebnisse stimmen die Initiatoren der Studie optimistisch, dass der Geschäftsklimaindex bis zum kommenden Jahr wieder ein Plus erreicht.

Dafür müssen eine Reihe negativer Tendenzen überwunden werden, die bei den aktuellen Zahlen deutlich abzulesen sind. Alle vier Konjunktur-Teilindikatoren – Aufträge, Umsatz, Ertrag und Personal – weisen leichte bis spürbare Rückgänge auf. Nur noch 40 Prozent der Unternehmen im Kreis bewerten ihre aktuelle und künftige Auftragslage als sehr gut oder gut (- 6 Punkte). Entsprechend schlecht zeigen sich auch Bewertungen zur aktuellen Umsatz- und Ertragslage. Die "Investitionslust" geht zwar leicht zurück, liegt aber noch über den Werten der Boom-Jahre 2010/2011. Das Fazit in der Studie: "Die Lage hat sich verschlechtert, der Optimismus bleibt." Zu kämpfen hat besonders das verarbeitende Gewerbe. Als einzige Branche zeigt es Lage- und Erwartungsbewertungen unter der 100-Punkte-Grenze (98/-17). Das Baugewerbe verliert nur leicht, der Handel zeigt sich deutlich unterdurchschnittlich (108/-16).

Eine Bestätigung liefert das Mittelstandsbarometer für Sparkassenchef Michael Schmuck. Die Unternehmen bewerten die Kreditvergabe der Geldinstitute zunehmend als "entgegenkommend" (26 Prozent, + 4 Punkte). Nur noch jede fünfte Firma sieht die Kreditvergabebereitschaft verschlechtert (21 Prozent/-21 Punkte). Das Phänomen des "gefühlten Kreditmangels" scheint damit überwunden. Die Sparkasse hatte in den Vorjahren immer wieder betont, dass von einer "Kreditklemme" keine Rede sein könne.

Auch Kreis-Wirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz hat Grund zur Freude: Mehr als 90 Prozent der Unternehmen würden den Rhein-Kreis als Standort weiterempfehlen. Und: Für die Bekanntheit (51 Prozent/+7 Punkte) und Leistung der Wirtschaftsförderungsangebote von Kreis und Kommunen (Schulnote 2,3, verbessert um -0,26) gab es die besten Werte seit dem Start der Umfragen 2008.

(NGZ)