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Rhein-Kreis Neuss: Stiftung Dyck verteidigt "Summer School"

Rhein-Kreis Neuss : Stiftung Dyck verteidigt "Summer School"

Der Vorstand der Stiftung Schloss Dyck, Jens Spanjer, zeigte sich am Montag "überrascht" über die Anzeige in Zusammenhang mit der "American Summer School". Er könne bei der Veranstaltung und ihrer Förderung durch den Rhein-Kreis "nichts Negatives feststellen", sagte er.

Bei der "Summer School" kommen jährlich zehn bis 15 amerikanische Studenten einige Tage nach Schloss Dyck und besuchen dort Lehrveranstaltungen, in diesem Jahr ging es um deutsche Geschichte.

Der Grevenbroicher Herbert Strazny hatte am 31. Dezember in Bezug auf die "Summer School" Anzeige gegen Unbekannt gestellt "wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs, der Vorteilsnahme, der Vorteilsgewährung". Er will unter anderem die Fragen beantwortet wissen, wer Veranstalter des Programms ist und in welchem Haushalt Einnahmen und Ausgaben dokumentiert sind. Außerdem meint er, die Veranstaltung werde "vor der Öffentlichkeit versteckt".

Diesem Vorwurf widerspricht Spanjer. Es habe zu der "Summer School" eine Pressekonferenz und einen Empfang gegeben. Weitere Werbung habe die Stiftung nicht gemacht, weil die Veranstaltung nicht öffentlich gewesen sei. Genauso verfahre man bei einem Seminar der Technischen Hochschule Aachen oder bei Unternehmensveranstaltungen.

Laut Spanjer ist die University of New Mexico der Veranstalter des Programms. Schloss Dyck vermiete nur die Räume und kümmere sich um Teile der Organisation. Dafür habe die Stiftung der Universität etwa 6500 Euro in Rechnung gestellt. Zur Abwicklung der Zahlungen habe die Stiftung ein Projektkonto eingerichtet. "Das wird regelmäßig überprüft", sagte Spanjer. Der Rhein-Kreis habe die "Summer School" in den vergangenen beiden Jahren gefördert, indem er Leistungen wie den Empfang direkt übernommen habe.

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Die Fraktionen im Kreistag hielten sich gestern mit einer Bewertung zurück. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP wollten noch keine Stellungnahme abgeben. Grünen-Fraktionsvorsitzender Erhard Demmer sagte, man habe die Ausgaben des Kreises für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit zwar immer "kritisch begleitet". Derzeit sei das Verfahren aber Sache der Staatsanwaltschaft und nicht der Politik.

Die Staatsanwaltschaft konnte den Eingang der Anzeige gestern noch nicht bestätigen. Sie werde prüfen, ob ein Anfangsverdacht vorliegt.

(NGZ)