Karnevalszug in Zons: Zeitsprünge, Brasilienreisende und viel Lokalkolorit

Karnevalszug in Zons: Zeitsprünge, Brasilienreisende und viel Lokalkolorit

In Zons ticken die Uhren anders. Und vor allem: schneller. Um nicht zu sagen: rasend viel schneller. Davon konnten sich Rosenmontag die zahlreichen Besucher des Karnevalsumzuges überzeugen.

Innerhalb von wenigen Minuten wurden sie vom Mittelalter in die Digitalzeit katapultiert. Das Mittelalter hatte sich an Position 5 im 24 Gruppen und Wagen umfassenden Zoch platziert und wurde durch Mönche und Mägde, Burgfräulein und Burgherren repräsentiert. Sie führten ein Gebäude auf Rollen mit sich, das deutliche Ähnlichkeit mit dem Rheintor aufwies. An Position 19 trat dann aber auch schon die Moderne auf den Plan. "Zons, What geht App?" fragten die Smilys in Anspielung auf aktuelle Kommunikationsformen.

Andere zogen der Zeitreise Alternativen vor: Sie machten sich auf ins Reich der Fantasie wie die Disneyland-Fans ("Mir drieße ob dä Welt un jon nam Disneyland"), die Trolle und die Glücksdrachen, ins Tierreich wie die munteren Pinguine der Zonser Jecken - oder sie beamten sich gleich über den Großen Teich hinweg und mitten hinein in den brasilianischen Karneval, wie die in orangefarbene Röcke und glitzernde grün-schwarze Oberteile gehüllten Damen der Rio-Gruppe.

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Bodenständiger ging es bei den Sportlern der SG Zons zu. Sie warben mit der gesundheitsfördernden Wirkung ihres Vereins: "Dun Sport mit der SG, dann deit dir nix weh!" Als Lokalpatrioten erwiesen sich auch die Zonsianer, die unter all den vielen schönen Kostümen das wahrscheinlich originellste kreiert hatten. Nicht nur, das einige Teilnehmer mit dem Kettcar gekommen waren. Nein, auf vielen Köpfen saßen hübsche Schweine, offenbar dem gleichnamigen Brunnen eingangs der Zollfeste entflohen. An den Körpern drehten sich Windmühlenflügel, die aus dem direkten Umfeld der Freilichtbühne zu stammen schienen. Und die meisten trugen die Zons-Skyline mit Juddeturm und Co. auf dem Wams.

Zukunftssorgen plagten unterdessen die "Topfpflanzen". "Wir brauchen die Sonne, und die Bienen brauchen uns", mahnten die Gelb-Grün-Braunen. Auch Minni- und Micky Mäuse waren vertreten, Flickenclowns, die ihren 40. feierten, schillernde Regenbogen und "punktierte" Konfettimädchen. Außerdem natürlich, als krönender Abschluss, das Prinzenpaar Michael I. und Sissi I. Beide strahlten wie die Sonne, die sich für die Zonser tatsächlich mal für längere Zeit hinter den Wolken vorgewagt hatte.

(NGZ)