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Weihnachten 2020 in Neuss: Christuskirche plant Heiligabend-Rundgang

Christuskirche in Neuss : Vorbereitungsstart für den Weihnachtsrundgang

Wegen der Corona-Pandemie wird Weihnachten in diesem Jahr ganz anders als geplant. In der Christuskirche setzt man auf kreative Lösungen. Für Heiligabend ist ein Weihnachtsrundgang geplant.

Man kann angesichts der Corona-Krise in Lethargie verfallen oder frische, auf die Umstände zugeschnittene Lösungen entwickeln und voller Tatendrang umsetzen. Letzteres geschieht rund um die Christuskirche. Am Samstag wurde dort eifrig gehämmert und gesägt unter der Regie von Baukirchmeister Martin Görtzen. Geschaffen wird für Heiligabend ein Rundgang um, aber auch in die Kirche. Ziel ist es, Menschen, die sonst an diesem Tag den Gottesdienst besuchen, festliche und eindrucksvolle 30 Minuten zu bieten. Presbyter Dan Hieronimus (53) sieht in der Pandemie auch eine Chance: „Wir können jetzt etwas völlig anderes machen. Und wir wollen gegen die Alles-geht-nicht-Stimmung ankämpfen.“

130 Holzpaletten werden verarbeitet, an der Kirchstraße sah es zunächst fast so aus, als würde dort eine Schützenkönigs-Residenz errichtet. Die Anwohner wurden mit Flyern informiert, was dort gerade geschieht. Gemeindemitglieder und Anwohner sind aufgerufen, an markierten Stellen der Holzwand an der Kirchstraße während der Adventszeit von Tag zu Tag eine Art Adventskalender zu schaffen, indem sie Symbole von Lichtern anbringen. Antje Hieronimus, Juristin bei der Landeskirche in Düsseldorf und Frau von Dan Hieronimus, war beeindruckt: „Es ist toll, wie viele Menschen sich einbringen.“

Mit vereinten Kräften wird der Aufbau vorangetrieben. Foto: Andreas Woitschützke

Rainer Maaßen schreibt das Programm für das Ticketsystem. Das ist wichtig, denn wer dabei sein möchte, muss im Internet ein Zeitfenster buchen.  Antje Akinlaja kümmert sich um die Krippenspiel-Stationen: Auf ihrem Rundgang werden die Besucher einzelnen Krippenspiel-Figuren begegnen und ihre Botschaften hören. Dies geschieht, damit die Menschen nicht zu lange an einer Stelle verharren. Kinder und Jugendliche verkörpern die Krippenfiguren. Dan Hieronimus kündigt ein Bläsercorps an, das für weihnachtliche Stimmung sorgen wird. Der Stall unter der alten Trauerweide wird erst nächsten Samstag gebaut. Auch sie wird Weihnachtsgefühle wecken.

Die Tür zur Sakristei wird geöffnet sein: Als erstes werden die Besucher an Heiligabend den rund 15 Meter hohen und festlich geschmückten Weihnachtsbaum erblicken, Hieronimus verspricht am Ausgang der Kirche eine „Segensdusche“. Der Kirchenvorraum wird besonders beleuchtet, aus den Lautsprechern ertönen die Segenswünsche. Pfarrer Franz Dohmes, der im kommenden Jahr in Pension geht, wird jedem Besucher eine „Weihnachtstüte“ geben: Sie wird kleinere Leckereien beinhalten, aber auch geistliche Impulse auf schön gestaltetem Papier: „Mit dem Inhalt dieser Tüte kann der Weihnachtsgottesdienst in die Häuser der Menschen getragen werden“, erklärt Dan Hieronimus.

Grundgedanke der Veranstaltung sei es, Trost zu spenden in schweren Zeiten. Die Menschen sollen mit positiven Gedanken versehen in den Alltag gehen. – Segenswünsche kommen aus den Lausprechern. Einen Glühweinstand wird es definitiv nicht geben, allenfalls gebrannte Mandeln. Und Martin Görtzen hat schon eine neue Idee: Warum soll mit dem vorhandenen Holz auf dem ehemaligen Friedhof hinter der Kirche nicht eine Möblierung geschaffen werden für Gottesdienste mit Abstand und unter freiem Himmel.