Leibniz-Gymnasium: Schüler haben ihren Kandidaten schon gewählt

Leibniz-Gymnasium: Schüler haben ihren Kandidaten schon gewählt

Die Wahlscheine sind die gleichen wie für die Bundestagswahl. Die Wahl findet geheim in einer Kabine statt. Im Erdgeschoss hängen Wahlplakate. Alles sieht fast so aus wie für die Bürger am Sonntag. Die Wahl am Leibniz-Gymnasium ist Teil einer bundesweiten Aktion, die es seit 1999 gibt. Schüler sollen in ihrem Rahmen lernen mit Politik und Wahlrecht umzugehen.

Die Plakate sind jedoch etwas anders, als man es von der Straße gewohnt ist. In deren Mitte steht jeweils ein Schlagwort, beispielsweise Gesundheitspolitik. Außen herum sind dazu die Positionen der sechs großen Parteien CDU, SPD, FDP, Die Linke, AfD und Grüne formuliert. So sollten die Schüler die Möglichkeit bekommen sich mit den Parteien auseinanderzusetzen.

Aber erst ab der 8. Klasse sind die Schüler wahlberechtigt. "Davor hatten die Schüler einfach zulange keinen Politikunterricht mehr", begründet Lehrer Harald Glaeßer, Mitorganisator der Wahl am LGD die Altersgrenze. "Vereinzelt wurde auch selbstständig der Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung im Internet benutzt", erzählt Harald Glaeßer. "Im Vorfeld haben wir vom Sozialwissenschaftskurs die Plakate erstellt", erzählt die Anna Schweer (17). Sie und die beiden gleichaltrigen Ana Alamo und Inga Müller aus der Stufe Q2 übernehmen gerade eine Schicht der Wahlaufsicht. "Die Wahl fördert das politische Denken der Schüler", erklärt Harald Glaeßer. Es ist insgesamt eine schöne Möglichkeit außerhalb des Politikunterrichts demokratische Werte zu vermitteln. "Ich finde die Veranstaltung wichtig. Es bereitet einen auf die richtige Wahl vor und führt an die Politik heran", erzählt der 15-jährige Oliver Smitmans. "Das hat ja leider keinen Einfluss", meint dagegen Ardalan Ahangaran (14).

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Das Absenken des Wahlalters ist umstritten. "An unserer Schule glaube ich schon, dass die Schüler vernünftig mit Politik umgehen können.Ob ich dies bundesweit auf alle Jugendlichen erweitern würde, weiß ich nicht", überlegt Harald Glaeßer. Die drei Schülerinnen der Wahlaufsicht sind sich uneinig bei dem Thema. Nur Inga Müller ist der Meinung, dass jüngere Menschen ihre Meinung genauso bekunden dürfen wie die älteren Generationen. "Wir haben andere Ansichten und diese sollten gehört werden", findet auch der 15-jährige Laurens Czysch.

Die Wahlergebnisse werden erst nach der Wahl am Sonntag veröffentlicht.

(NGZ)
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