Pink Panther: Niederländische Band heizt kräftig ein

Pink Panther : Niederländische Band heizt kräftig ein

"Pink-Panther" ist ein beliebtes Szene-Lokal am Rand von Dormagen. Hier geht es sehr lebendig zu, und das bekommt der Besucher schon von draußen mit. Im Gastraum sind Geselligkeit und Geräuschpegel noch einmal um einige Drehungen gesteigert, und wenn hier Musiker auftreten, dann tanzt meistens der Bär. Am Freitag spielte dort die vierköpfige niederländische Band "King of the World" auf. Sie ist in ihrer Namensgebung schon nicht zurückhaltend - beim Auftritt brechen gelegentlich sogar alle Dämme.

Ruud Weber, Gesang und Bass-Gitarre, Fokke de Jong, Schlagzeug und Vocals, Erwin Java, Gitarre, Govert van der Kolm, Keyboard und Vocals, sind Profis. Blues, Rhythm & Roots sind ihr Ding und sonst gar nichts. Seit fünf Jahren sind sie zusammen und haben dabei die ganzen Niederlande musikalisch durchmessen. Neuerdings haben sie sich Deutschland vorgenommen.

Ihre selbst komponierte Mixtur mit Elementen von New Orleans, Funk und Blues kommt im "Pink-Panther" glänzend an. Mit einem Bierglas in der Hand stehen die Besucher dicht gedrängt vor der Band oder verfolgen von Rundtischen aus das Geschehen auf einem großen Bildschirm. Hier hat sich eine große Fangemeinde eingefunden, und die Trommelfelle wissen dabei und nachträglich ein Lied davon zu singen. Viel zu sehen gibt es auch.

Da ist nämlich jede Menge Bewegung drin, wie es sich für gestandenen Blues gehört. Beinahe jede Nummer wird dreistimmig gesungen. Bei so viel künstlerischer Eigenständigkeit kommen Cover-Stücke gar nicht vor. Auch das weibliche Element fehlt völlig. "Das klappt nicht mit denen", sagt Ruud Weber. Und das ist durchaus nicht respektlos gemeint. Das Band-Musizieren wirkt gelegentlich wie ein Kraftakt, wenn sie den Instrumenten die aberwitzigsten Töne entlockt.

Große technische Versiertheit ist dabei zu erkennen, und Leidenschaft bricht durch. Gemächlich und elegisch geht es selten zu, denn das würde dauerhaft kaum zu diesen Vollblut-Rhythm-Virtuosen passen. Klaus Niehörster

(NGZ)
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