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Neuss: Oberpfarrer Assmann wandert nach Köln und wird Domprobst

Kirche in Neuss : Oberpfarrer Assmann wandert nach Köln

Vor rund 13 Jahren war das Quirinusmünster sein Ziel – am Montag war die große Kirche im Herzen von Neuss der Startpunkt einer neuen Reise. Ausgestattet mit einem Rucksack seiner früheren Wirkungsstätte in Dormagen ging Monsignore Guido Assmann, wie er 2007 gekommen ist: zu Fuß.

Schritt für Schritt entfernte er sich so von seinen Aufgaben als Oberpfarrer und Kreisdechant. Mit jedem Meter kam er aber auch seiner neuen Herausforderung immer näher: Domprobst am Kölner Dom. Das Pilgern hat bei Assmann mittlerweile schon Tradition. „Immer dann, wenn ich eine neue Stelle angetreten habe, habe ich den Weg – zumindest teilweise – zu Fuß zurück gelegt“, berichtet Assmann. Das Ritual entstand in seiner Zeit als Kaplan, als er sich viel um die Ministranten kümmerte. Als er die Pfarrei wechselte, machten sich die Kinder und Jugendlichen mit auf seinen Weg. Das behielt er von da an bei.

Geändert hat sich lediglich das Alter der Begleiter. Je älter Assmann wurde, desto älter wurden auch seine Begleiter. Diese hatten sich mit ganzen 23 Kilometer Fußmarsch ein strammes Programm für den ersten von zwei Wander-Tagen vorgenommen. Rund 25 Menschen begleiteten den 56-Jährigen. Das Ziel: die Grenze zwischen dem Kreisdekanat des Rhein-Kreises und dem Stadtdekanat Köln.

Mit von der Partie waren nicht nur Mitglieder des Pfarrverbandes Neuss-Mitte, in dem Assmann seit 2007 gewirkt hatte. Auch sein evangelischer Kollege Sebastian Appelfeller aus der Gemeinde in Gnadental ließ es sich nicht nehmen, ein Teil der Pilger-Gruppe zu sein. „Guido Assmann hat in seiner Zeit in Neuss ein kleines Stück Stadtgeschichte geschrieben. Wenn dieses Kapitel nun abgeschlossen wird, will ich auf jeden Fall dabei sein“, erklärt der evangelische Pfarrer.

Auch die kleine Ava begleitete den nun ehemaligen Chef ihres Vaters, Thomas Burgmer, der Postoralreferent in Neuss-Mitte ist. Für Ava war der Weg allerdings sogar im Schlaf zu schaffen. Das 13 Monate alte Mädchen ließ sich gemütlich von ihrem Vater tragen. Auch ein Kölner hatte den Weg in die Quirinus-Stadt gefunden. Andreas Hemkes kam dem neuen Domprobst entgegen und kündigte an, dass bei der zweiten Etappe viele weitere seiner Pilger-Gruppe am Start wären.

Nach einem kurzen Pilgergebet wurde das Pfarrgebiet der Gemeinde Neuss-Mitte in Richtung Süden verlassen. Was dabei nicht fehlen durfte: ein kurzer Zwischenstopp bei den Augustinerinnen. Mit einem Glas Wasser und einem kleinen Schnaps verabschiedeten die Ordensfrauen den Oberpfarrer. Auf dem weiteren Weg kam es zu vielen Gesprächen und auch zu zufälligen Begegnungen. Immer wieder auf der Strecke durch Neuss wurde Assmann von ihm bekannten Gesichtern begrüßt. So konnte er sich bei seinem Marsch von einigen Gemeindemitgliedern mehr verabschieden, als wenn er das Auto genommen hätte.