Krankenhaus-Fusion: Angebot potentieller Mitgesellschafter wird geprüft

Krankenhaus-Fusion im Rhein-Kreis Neuss: Rhein-Kreis und Neuss sind „gesprächsbereit“

Der Landrat Hans-Jürgen Petrauschke will das Angebot prüfen. Bürgermeister Reiner Breuer kann sich Standort-Städte als Mitgesellschafter vorstellen.

Aus dem Kreishaus und dem Neusser Rathaus kommt ein identisches Signal: Gesprächsbereitschaft! Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) und Reiner Breuer (SPD), Bürgermeister der Stadt Neuss, bezeichneten am Freitag auf Anfrage der NGZ das Angebot aus Dormagen und Grevenbroich, sich als weitere Mitgesellschafter in eine kreisweite Krankenhaus-Gesellschaft einbringen zu wollen, unisono als „interessant“.

Petrauschke sagte zu, sich die Vorstellungen der Bürgermeister aus Dormagen und Grevenbroich „genau anzuhören“ und „prüfen zu lassen“. Er habe aber auch einige Fragen und Anmerkungen: Ein großes Klinikum benötige klare Führungsstrukturen. Da dürften mehr Gesellschafter nicht zu mehr Kirchturmsdenken führen. Spontan sagte Breuer, er würde sich einer Lösung, die Standort-Kommunen zu Mitgesellschaftern mache, nicht verschließen. Er könne sehr gut nachvollziehen, dass die Städte Dormagen und Grevenbroich demnächst am Tisch sitzen wollen, wenn die Gremien eines fusionierten Krankenhauses tagten.

Politischer Wille ist es, dass die kreiseigenen Kliniken – mit Standorten in Dormagen und Grevenbroich – mit dem städtischen Lukaskrankenhaus in Neuss fusionieren. Das neue Klinikum würde zu den zehn größten kommunalen Krankenhäusern in Deutschland aufsteigen. Derzeit laufen die betriebswirtschaftlichen Bewertungen (Due Diligence). Angestrebt wird eine „Fusion auf Augenhöhe“, im Klartext: Rhein-Kreis und Stadt Neuss sollen jeweils 50 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft halten.

Um diese Augenhöhe zu erreichen, wird der Rhein-Kreis aber noch finanziell „nachschießen“ müssen. Der Griff in die Kreiskasse bliebe im erspart, würden die Städte Dormagen und Grevenbroich die fehlende Summe als Einlage aufbringen. So würden aus nur zwei dann vier Gesellschafter und die 50 Prozent auf Kreisseite würde nicht mehr nur eine Hand halten.

Ein Interview mit den Bürgermeistern von Grevenbroich und Dormagen zur Fusion der Krankenhäuser gibt es hier.

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