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Karnevalsfreunde Grefrath sagen Umzug ab und feiern "Statt-Zoch-Party"

Karnevalsfreunde Grefrath sagen Umzug ab : „Statt-Zoch-Party“ in der Mehrzweckhalle zur Entschädigung

Auf einer Skala von eins bis zehn liegt die Enttäuschung der Grefrather Jecken bei zwölf. Das sagt Andreas Cosatto. Gemeinsam mit 13 weiteren Erwachsenen und acht Kindern hatte sich der Neu-Grefrather auf seinen ersten Tulpensonntagsumzug sehr gefreut.

„Monatelang haben wir überlegt, wie wir uns besonders schön kostümieren können und haben in sechs Treffen schließlich unsere McFlurry-Kostüme komplett selbst erstellt.“ Die Optik, die an die Leckerei des bekannten Fastfood-Restaurants erinnert, sei passend für alle, zudem blinke es sehr auffällig und sei warm genug für den Straßenkarneval.

Die Entscheidung, den beliebten Umzug mit 17 Gruppen, fünf Großwagen und insgesamt etwa 450 Teilnehmern abzusagen, sei den Karnevalsfreunden Grefrath nicht leicht gefallen „Wir standen am Vormittag im regen Austausch mit dem Ordnungsamt der Stadt Neuss. Als uns mitgeteilt wurde, dass der große Umzug in Neuss auch aufgrund von Sturmböen und anhaltendem Regen sprichwörtlich ins Wasser fallen würde, habe wir entschieden, ebenfalls abzusagen“, berichtete der Vorsitzende Marcus Kievelitz. „Wie ich es in den sozialen Medien bereits geschrieben habe: Unser karnevalistisches Herz blutet sehr, aber es ist einfach zu gefährlich und unberechenbar.“ Um den Gruppen und Einzelpersonen, die sich Wochen und Monate mit viel Liebe und Mühe durch das Nähen von Kostümen, mit dem Bauen der Großwagen und der Auswahl des Wurfmaterials befasst hätten, dennoch einen schönen Tulpensonntag zu bereiten, wurde aus der „After-Zoch-Party“ kurzerhand die „Statt-Zoch-Party“. Bereits um 13.11 Uhr öffnete die Mehrzweckhalle in Grefrath ihre Türen für feierfreudige Jecken, der DJ kam schon früher, um für tanzbare Musik zu sorgen.

„Viele Gruppen werden die Party aber auch kurzerhand nach Hause verlegt haben, um dort die Getränke zu genießen, die sie für die Zugstrecke gekauft haben“, vermutete Peter Langer, der ebenfalls Mitglied der McFlurry-Gruppe ist. „Aber immerhin haben wir als Neulinge beim Maskenball den vierten Platz belegt – eine großartige Ehre.“ Im kommenden Jahr wollen die „Greveroder Zwanzischzwanzisch“ erneut am Umzug teilnehmen, dann aber in anderer Gestalt. „Im Sommer werden wir uns beim Grillen etwas Neues überlegen. Nur so viel: Es wird wieder komplett selbst gebastelt und genäht.“ Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Der Vorstand der Karnevalsfreunde Grefrath überlegt, wie ein Nachholtermin zu organisieren sei. „Sobald etwas spruchreif ist, werden wir das natürlich öffentlich bekanntgeben“, verspricht Marcus Kievelitz.

(vest)