Tischlermeister Bernd Wierichs: Japaner informieren sich über deutsches Handwerk

Tischlermeister Bernd Wierichs : Japaner informieren sich über deutsches Handwerk

Er ist Tischlermeister, Betriebswirt und Fachplaner für barrierefreies Wohnen: Bernd Wierichs hatte am "Kaarst Total"-Wochenende sein neues Ladenlokal an der Matthias-Claudius-Straße offiziell eröffnet. Zur Feier mit Live Cooking waren auch Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und Wirtschaftsförderer Christoph Schnier gekommen. Und schon wenige Tage nach der Eröffnung, sagte sich gleich der nächste hohe Besuch an. "Die Handwerkskammer Düsseldorf rief mich an und fragte, ob sich eine japanische Delegation meinen Betrieb ansehen dürfe", berichtet Wierichs. Der Tischlermeister war überrascht, sagte aber sofort zu. "Ich habe mich am Abend vorher noch über das richtige Benehmen informiert, sozusagen den japanischen Knigge gelesen", sagt er schmunzelnd. So wusste Wierichs, dass er die Visitenkarten der Besucher um Yoichi Anami, der Mitglied des japanischen Unterhauses ist, mit beiden Händen entgegen nehmen, betrachten und mit einem Kompliment kommentieren musste, bevor er sie sorgfältig einsteckte.

Doch bei dem Besuch ging es weniger um Etikette als um Information. "Die Japaner wollten wissen, wie ich Nachwuchs finde. Das ist dort offenbar ein großes Problem. Denn die Gesellschaft ist sehr alt und die Eltern wünschen, dass ihre Kinder alle studieren. Ein duales Ausbildungssystem gibt es dort nicht. Davon zu hören, hat die Männer beeindruckt", erzählt Wierichs. Auch die Kombination von traditioneller Handwerkstechnik und High-Tech-Maschinen in Wierichs Betrieb "More Interior" habe die Japaner überrascht. dagi

(NGZ)
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