Schornsteinfeger: Immer ein Glücksbringer - außer zum neuen Jahr

Schornsteinfeger: Immer ein Glücksbringer - außer zum neuen Jahr

Früher war der Schornsteinfeger ein Lebensretter. Waren die Kamine nicht gekehrt, konnte kein richtiges Feuer mehr gemacht werden. Mit dem Essenkochen war es dann erst einmal vorbei, und durch die Rußansammlungen kam es oft zu giftigem Rauch sowie Bränden, die von Haus zu Haus sprangen. War der Kaminkehrer jedoch regelmäßig da, brachte er für die nächste Zeit das "Glück" ins Haus. Der Brauch blieb erhalten - und der Mann im schwarzen Gewand steht auch heute noch bei vielen dafür. Wie Markus Schlüter (49), der seit knapp 30 Jahren in Neuss und Umgebung als Schornsteinfeger tätig ist, und viel vom Glück erzählen kann.

Früher war der Schornsteinfeger ein Lebensretter. Waren die Kamine nicht gekehrt, konnte kein richtiges Feuer mehr gemacht werden. Mit dem Essenkochen war es dann erst einmal vorbei, und durch die Rußansammlungen kam es oft zu giftigem Rauch sowie Bränden, die von Haus zu Haus sprangen. War der Kaminkehrer jedoch regelmäßig da, brachte er für die nächste Zeit das "Glück" ins Haus. Der Brauch blieb erhalten - und der Mann im schwarzen Gewand steht auch heute noch bei vielen dafür. Wie Markus Schlüter (49), der seit knapp 30 Jahren in Neuss und Umgebung als Schornsteinfeger tätig ist, und viel vom Glück erzählen kann.

Dass ihm Leute auf die Schulter klopfen und an den goldenen Knöpfen der schwarzen Uniform drehen wollen, gehört für ihn schon zum Beruf. Gerade an Weihnachten und Neujahr komme dies besonders häufig vor, erzählt Schlüter. Aber er findet auch: "Es ist toll, ein Glückssymbol zu sein."

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Dieses Motto scheinen die Neusser Schornsteinfegern geradezu zu lieben, denn Schlüter und seine Kollegen gehen zu Karneval gern in ihrer Uniform zum Zug. Der Ruß sei zwar nur schwarze Schminke, erzählt er und lacht, aber originell finden er und seine Kollegen es trotzdem. Auch wenn ihre Beruf im wirklichen Leben längst nicht mehr so "schmutzig" sei. Besonders als Berzirksmeister, wie Schlüter einer ist, verbringe man die meiste Zeit im Büro und mit Beratungsarbeiten. Knapp 3000 Häuser auf der Neusser Furth, in Kaarst, Osterath und Meerbusch werden von ihm betreut. Aber auch die Nebensparte seines Berufs, das Glücksbringer-Dasein, hält ihn auf Trab. So ist Schlüter oft auch auf Hochzeiten und bei Jubiläen eingeladen. Am Standesamt tritt Schlüter dann in voller Montur und mit einer kleinen Leiter auf. Dass die Ehe dadurch eine glückliche wird, oder die Oma nach ihrem 80. noch lange lebt, bleibt zu hoffen, aber Schlüter ist der Meinung: "Glaube kann Berge versetzen." An Silvester blieb bei Schlüter die Uniform jedoch im Schrank. Ohnehin steht am 31. Dezember seine Frau im Fokus - sie feierte an diesem Tag ihren Geburtstag. Aylin Tosun

(NGZ)