Frauen-Frühstück-Fragen Agrarwissenschaftler hält Verbrauchern den Spiegel vor

Dormagen · Rund 80 Zuhörerinnen verfolgten bei "Frauen-Frühstück-Fragen" einen Vortrag des Eckumer Agrarwissenschaftlers Willi Kremer-Schillings im evangelischen Gemeindezentrum zur Situation der Landwirtschaft. Bundesweit bekannt geworden als "Bauer Willi" hält Kremer-Schillings Verbrauchern den Spiegel vor - etwa durch den Satz: "Wer ein Hähnchen für 2,79 Euro kauft, der gibt an der Supermarktkasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung zu beschweren!"

Rund 80 Zuhörerinnen verfolgten bei "Frauen-Frühstück-Fragen" einen Vortrag des Eckumer Agrarwissenschaftlers Willi Kremer-Schillings im evangelischen Gemeindezentrum zur Situation der Landwirtschaft. Bundesweit bekannt geworden als "Bauer Willi" hält Kremer-Schillings Verbrauchern den Spiegel vor - etwa durch den Satz: "Wer ein Hähnchen für 2,79 Euro kauft, der gibt an der Supermarktkasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung zu beschweren!"

"Das Würstchen, das auf den 800 Euro teuren Grill gelegt wird, soll nicht mehr als 79 Cent kosten, dabei kostet ein auf der Wiese herum laufendes Biohuhn gut und gern 24 Euro", legte er grimmig nach. Dass Verbraucher Macht hätten, sei unumstritten. Aber: Das Verbot der Käfighaltung bei Hühnern beispielsweise habe dazu geführt, dass ein Teil der Eier jetzt aus dem Ausland kommt, wo die Käfighaltung weiter erlaubt ist. 1960 habe ein Arbeiter für zehn Eier rund 50 Minuten arbeiten müssen, heute gerade mal fünf Minuten. "Warum soll ich mehr bezahlen, wenn ich es auch billiger bekommen kann?" laute die Denkweise. "Mit dieser Einstellung dreht der Verbraucher die Preisspirale wieder ein Stück nach unten, so dass uns Bauern für gewünschte Veränderungen in Tierhaltung und Erzeugung kein finanzieller Spielraum mehr bleibt", so der Experte. Die Supermärkte drückten die Preise beim Erzeuger. Und der müsse sehen, wie er das auf die Reihe bekomme. Auch das Thema Gentechnik wurde angeschnitten. Getreide, Gemüse und Obst würden seit jeher züchterisch in die gewünschte Richtung gebracht - eben auch mit Genmanipulation. So käme es heutzutage nahezu nicht mehr vor, dass bestimmte Pilzkrankheiten gesundheitliche Folgen für den Endverbraucher hätten. "Von der Bodenbearbeitung über das Saatgut bis hin zu Pflanzenschutz und Düngung ist alles reglementiert", betonte Kremer-Schillings.

(NGZ)