Sportler aus dem Rhein-Kreis geehrt

Ehrung in Knechtsteden : Die besten Sportler aus dem Rhein-Kreis

Deutsche Meister, Welt- und Europameister (auf den Plätzen 2 bis 6) wurden am Dienstag vom Rhein-Kreis, der Stiftung Sport sowie dem Sportbund geehrt. Rudertrainer Christian Stoffels erhielt den Ehrenamtspreis.

Aufstehen, laufen, zur Schule gehen, Training, schlafen – so beschreibt Samuel Bellscheidt seinen Tagesablauf. Ausnahme sei der Sonntag: „Dann habe ich frei“, sagt der 18 Jahre alte Nachwuchs-Ringer vom KSK Konkordia Neuss am Dienstag Abend bei der Sportlerehrung des Rhein-Kreises im Knechtstedener Kulturhof. Doch auch wenn er sich manchmal frage, warum er das alles mache, ist die Antwort immer dieselbe: „Es lohnt sich.“ Bewiesen hat Samuel das im vergangenen Jahr mit einem dritten Platz bei der Welt- und einem zweiten bei der Europameisterschaft (bis 65 Kilogramm, griechisch-römisch). Und er hat ein Ziel vor Augen: die olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Da steht er nicht allein da. Denn trotz aller Erfolge, die Athleten aus dem Rhein-Kreis im vergangenen Jahr, bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften hatten, scheint ein olympischer Titel immer noch das „Tüpfelchen auf dem i“ zu sein. Auch für die Turnerin Sarah Voss, 2018 im Sprung Deutsche Meisterin und Vierte bei der WM. 120 Sportler aus dem Rhein-Kreis mit nationalen und internationalen Erfolgen waren zur Ehrung eingeladen worden, und wer nicht in irgendeinem Trainingslager war, kam auch nach Knechtsteden, um sich Applaus, diverse Händedrücke sowie eine Tasche mit einer Trinkflasche abzuholen. Kleine Show-Einlagen mit dem Zauberer Jean Olivier unterbrachen die Gratulationen.

Auch sie können sich mit dem Titel „Deutsche Meister“ schmücken, Leichtathleten des TSV Bayer Dormagen. Foto: Georg Salzburg(salz)

Neben den bekannten Sportarten, wie Ringen, Rudern, Leichtathletik in allen Varianten, Skaterhockey, Säbelfechten, Schwimmen, Dressur, Tennis und Tischtennis oder Taekwondo waren es die „Randsportarten“, die die Gäste nicht selten staunen ließen. So hatte Jan Vocke gleich einen zweiten, dritten, fünften und sechsten WM-Platz in verschiedenen Einrad-Disziplinen geholt, wurde Tina Funke Deutsche Meisterin im Stand up Paddling auf einer Distanz von zwölf Kilometern und schaffte Thorsten Müller einen dritten EM-Platz in Qwan Ki Do.

Auf der Bühne im Kulturhof Knechtsteden: Deutsche Meister im Säbelfechten vom TSV-Bayer Dormagen und ihre Gratulanten. Foto: Georg Salzburg(salz)

Für den Deutsche-Meister-Titel bei den Special Olympics in Tennis und Tischtennis wurden Andreas Radke, Patrick Haberland, Beate Heydorn, Helge Stockmann, Dirk Fink und Stephan Glasmacher geehrt. Den Sportehrenamtspreis verlieh Landrat Petrauschke an Christian Stoffels für seine „herausragenden Leistungen“ als Trainer des Neusser Rudervereins. Der 59-Jährige hatte seine Fanbase dabei, so zum Beispiel Vera Spanke (WM-Zweite) und Alexandra Höffgen (EM-Sechste).

Zauberer Jean Olivier ließ einen Tisch schweben. Foto: Georg Salzburg(salz)

Der ehemalige Leistungssportler sprach von einem „guten Lauf“, den die Neusser Ruderer aktuell haben, neun Deutsche-Meister-Titel in 2018, bereits zwei Medaillen in diesem Jahr. Und dennoch konnte Marc Pesch ihm entlocken, dass er die Schlagzeile „Stoffels holt Gold bei Olympia“ schon gern einmal lesen würde. Auch über die eigentlich außergewöhnlichen Trainingsbedingungen der Ruderer wurde gesprochen. „Sie müssen sich das einmal anschauen“, wandte sich Moderator Marc Pesch an die Zuschauer. „Die Ruderer müssen am Hafenbecken immer mit Güter- oder Passagierschiffen rechnen. Stellen Sie sich nur einmal vor, dass beim Training eines Fußball-Bundesligisten ab und zu ein Auto über den Platz fahren würde. Undenkbar.“ Doch Stoffels ist mit den Trainingsbedingungen und den Leistungen seiner Schützlinge sehr zufrieden.

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