Hockey : Zwei Mal um den Lohn gebracht

Die tatsächlich mal funktionierende Anzeigetafel zeigte noch 35 Sekunden Spieldauer, als Jonas Fürste den HTC Schwarz-Weiß Neuss aus allen Träumen riss gestern Mittag, nach dem 2:2 gegen den Deutschen Meister Club an der Alster auch gegen den UHC Hamburg einen Punkt an der Jahnstraße zu behalten.

"Das war natürlich dämlich von uns", kommentierte Trainer Andreas Bauch den zweiten späten Gegentreffer innerhalb von nicht einmal 24 Stunden. Denn auch am Vortag hatten die Gäste in der Schlussminute eingenetzt, diesmal durch Oliver Hentschel im Anschluss an die sechste kurze Ecke für die Alsteraner, die vom Titelverteidiger zum Tabellenletzten mutiert sind.

Bauch erkannte aber wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Spielverläufen, in denen es seine Schützlinge beide Male nicht schafften, eine Führung über die Zeit zu retten: "Die heutige Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben", gab der HTC-Coach zu, "gestern sind wir klar verschaukelt worden." Denn die Szene, die zu Hentschels Ausgleichstreffer führte, "rechtfertigte nie und nimmer eine Ecke", meinte Bauch.

Überhaupt hinterließen die Unparteiischen Albrecht/Gerwig am Samstag alles andere als einen souveränen Eindruck, verteilten in den siebzig Minuten nicht weniger als fünf Grüne und ebenso viele Gelbe Karten, davon jeweils drei gegen die Gastgeber. "Sie haben die Hektik ins Spiel gebracht", schimpfte Bauch über die Schiedsrichter.

Hockey gespielt wurde allerdings auch, und das von den Neussern anfangs gar nicht mal schlecht, so dass sie durch ein Eckentor von Sebastian Draguhn eine 1:0-Führung mit in die Pause nahmen. Den Ausgleichstreffer von Philipp Fröschle (43.) beantwortete Abbas Haider eine Viertelstunde später mit der erneuten Führung, die bis in die Schlussminute Bestand hatte — aber eben nicht bis zum Schlusspfiff.

Gestern Mittag gegen den UHC Hamburg verspielten die Neusser dann sogar eine 2:0-Führung, die ihnen zwei Eckentore von Sebastian Draguhn (19., 22.) beschert hatten. Jan Simon gelang allerdings nur drei Minuten später der Anschlusstreffer. Trotzdem blieben die Neusser, die sich spielerisch gegenüber dem Vortag erheblich steigerten, die bestimmende Mannschaft. Und wäre die dritte Ecke nach einer Dreiviertelstunde nicht verstolpert worden, wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen.

"So aber haben wir nie aufgegeben", freute sich Hamburgs Trainer Martin Schultze. Den Gästen, die nach 57 Minuten durch Marco Miltkau ausglichen — die Neusser hatten die voraufgegangene Strafecke bereits abgewehrt, "aber dann den Ball nicht dahin gespielt, wo er hinsollte", monierte Bauch — spielte dabei in die Karten, dass Schwarz-Weiß es allzu oft mit langen Bällen auf den durch Jonas Swiatek glänzend abgeschirmten Sebastian Draguhn versuchten. Ein umstrittener Ballverlust und die folgende, fast schon obligatorische Meckerei mit den Unparteiischen brachte dann Fürste in Schussposition und den UHC zum Sieg.

(NGZ)