Jüchen : Zum Praktikum nach Leers

Am Montag beginnen zehn Gymnasiasten ihr Berufspraktikum in Frankreich. Bereits 2010 sollte das Projekt realisiert werden. Das Partnerschaftskomitee hofft, dass sich der Nachwuchs dadurch für den Austausch interessiert.

Milchkaffee in einem Café servieren, in einem Geschäft Kunden bedienen oder in einem Büro helfen – Berufspraktika sind für Jüchener Gymnasiasten naheliegend. Nicht aber für die zehn Jugendlichen, die ab Montag für zwei Wochen die Arbeitswelt in Leers kennenlernen werden: Als erste Praktikanten-Generation steigen sie am Samstag, begleitet von Französischlehrer Albert Wirtz (40), in den Bus, der sie in die Partnergemeinde bringt. "Nach mehr als neun Monaten Vorbereitung freuen wir uns, dass diese neue Initiative jetzt starten kann", sagt Gerd Acker, Rektor am Gymnasium Jüchen.

"Interessante Sache"

2010 konnte das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Leers und Jüchen gefeiert werden. Der Austausch wird auf verschiedenen Ebenen gelebt, wie Wilfried Unrein (68), der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Jüchen erläutert. Wichtig sei es, Jugendliche aus Jüchen und Leers zu integrieren. "Dazu wurde etwa meine Idee vom Jugendcamp umgesetzt, das jetzt der Gemeindejugendring um Stefan Bredt organisiert", erläutert Unrein. Das erste Praktikum für die Jüchener Gymnasiasten in Leers erweitere das Angebot für junge Leute: "Für sie ist es sicherlich eine interessante Erfahrung", sagt der Komitee-Vorsitzende.

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Berufepraxis sammeln, Französischkenntnisse im Alltag anwenden – das sind für Direktor Acker und Pädagoge Wirtz zwei Aspekte, die das Praktikum zu einer Ausnahme machen. Albert Wirtz hat zunächst die Interessen der zehn Jugendlichen aus den Klassen zehn und elf ermittelt. Danach reiste er selbst nach Leers, um dort – nach Vorbereitung von den beiden Bürgermeistern Harald Zillikens und Jean Claude Van Belle – persönlich Kontakt zu den französischen Chefs aufzunehmen und die Praktikumsbetriebe zu besuchen.

Nach zahlreichen Vorgesprächen und Vorbereitungen wurde eine große Bandbreite an Branchen gefunden: "Von der frühkindlichen Bildung und Erziehung über die Gastronomie bis hin zum Einzelhandel und zum Bürojob", erläutert Wirtz. Entscheidend sei bei der Auswahl der zweiwöchigen Betriebspraktika gewesen, "dass die Schüler keine Fachsprache, wie etwa in einer Anwaltskanzlei, einsetzen müssen, sondern ihre Französischkenntnisse nutzen können, die sie seit den Klassen sechs und sieben erworben haben."

Das Praktikum in Frankreich für die Gymnasiasten künftig einmal im Jahr zu etablieren, ist ein Fernziel. Am Samstag heißt das Ziel zunächst: Auf nach Leers!

(NGZ)