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Jüchen: Zillikens will wieder Bürgermeister werden

Jüchen : Zillikens will wieder Bürgermeister werden

CDU-Gemeindeverband und Fraktion stellten am Donnerstag Harald Zillikens als ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2015 vor.

Anders als seine Amtskollegen Herbert Napp in Neuss, Dietmar Spindler in Meerbusch oder Heinz Josef Dick in Korschenbroich will Harald Zillikens es 2015 noch mal wissen: Er tritt erneut für die CDU als Bürgermeisterkandidat an. Warum? "Weil es mir Spaß macht, in meinem Amt etwas zu bewegen, etwas Positives zu gestalten."

Auch wenn er weiß, dass seine Familie von dieser Entscheidung nicht uneingeschränkt begeistert ist. "Aber sie kennt mich und hat es schon befürchtet", sagt der 53-Jährige lächelnd. Wohl, weil Ehefrau Doris sowie die Töchter Kathrin und Rebekka wissen, wie viel ihm die Aufgabe als Bürgermeister bedeutet.

Spaß, Zuversicht, Optimismus auch in einer schwierigen Zeit — dies waren die Eindrücke bei der gestrigen offiziellen Präsentation von Harald Zillikens als CDU-Bürgermeisterkandidat. Gemeindeverbandschef Christoph Schmitz, Fraktionsvorsitzender Norbert Esser sowie seine Stellvertreter Helmut Kreutz und Karl-Heinz Ehms zogen übereinstimmend eine positive Bilanz der bisherigen Ära Zillikens: "Wir haben einiges erreicht, etwa die Errichtung der ersten Sekundarschule im Rhein-Kreis Neuss oder den Bau der Dreifachhalle in Bedburdyck-Gierath", so Norbert Esser. "Gerade der Bau der Sporthalle im vorgegebenen engen Kostenrahmen war von der SPD immer wieder angezweifelt worden", ergänzt Christoph Schmitz.

Warum die Kandidatenkür bereits jetzt, zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt? "Ich bin immer wieder von Bürger angesprochen worden, ob ich erneut kandidiere", sagt Harald Zillikens. Er wolle den Menschen bereits frühzeitig "klar erklären, dass ich erneut zur Verfügung stehe".

Anders sieht die Situation bei der SPD aus: "Nein, wir haben uns noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt", erklärt der Jüchener Ortsvereinschef Holger Tesmann auf Anfrage. Noch habe man nicht die Fristen und Regularien für die Wahl erhalten. Im Juni könnte die Kandidatenkür erfolgen. Denn eines steht für die Jüchener Sozialdemokraten fest: "Einen eigenen Kandidaten werden wir auf jeden Fall aufstellen", so Tesmann.

Als wichtigste Herausforderungen für die Zukunft von Jüchen bezeichnete Zillikens "den Erhalt und die Stärkung der Wirtschaftskraft sowie die Bemühungen um Bildung und Ausbildung". Als größte Gefahren nannte er die Probleme mit der Liquidität und Überziehungskrediten. "Die Haushaltssicherung bleibt eine latent schwierige Aufgabe. Unser Spielraum ist sehr eng."

So sei ein Teil der Kreisumlage bereits in den ersten zwei Monaten eines Jahres zu zahlen, Steuereinnahmen würden dagegen erst im vierten Quartal fließen. Sobald die zurzeit niedrigen Zinsen wieder steigen würden, würden viele Kommunen vor existenziellen Problemen stehen. Auch wenn die Einkommenssteuer inzwischen zur größten Steuerquelle von Jüchen geworden sei, sei es langfristig sein Ziel, die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wieder zu erhöhen: Dies könne durch neue Ansiedlungen im Regiopark und im geplanten interkommunalen Gewerbegebiet mit Grevenbroich geschehen — auch wenn für letzteres Projekt die Weichen noch nicht gestellt seien.

Harte Diskussionen, wie es sie etwa zwischen CDU-Fraktion und Bürgermeister rund um Sparvorschläge für den Haushalt 2011 gab, sind auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen — beide Seiten betonten gestern, dass diese aber stets fair geführt worden seien. Noch etwas, was Vereinsmensch Zillikens Spaß machen könnte.

(NGZ/EW)