Jüchen : Zillikens bringt Wirtschaft voran

Zur Hälfte seiner Amtszeit zieht Bürgermeister Harald Zillikens eine positive Bilanz – von der Wirtschaftsförderung bis zur neuen Sekundarschule. Die Frage, ob er 2015 wieder kandidiert, lässt er aber noch offen.

Zur Hälfte seiner Amtszeit zieht Bürgermeister Harald Zillikens eine positive Bilanz — von der Wirtschaftsförderung bis zur neuen Sekundarschule. Die Frage, ob er 2015 wieder kandidiert, lässt er aber noch offen.

Es war sein schwerster Moment als Bürgermeister, "als die Grundstücksverhandlungen 2010 für den "Log-Park" für Kleine und und 3M auf der Kippe standen", sagt Harald Zillikens. Doch dann erlebte er einen seiner schönsten Momente im Amt, "als das Logistik-Großprojekt nach nur rund halbjähriger Bauzeit eröffnet wurde. Damit sind 120 Arbeitsplätze verbunden." Höhen und Tiefen hat Harald Zillikens in den vergangenen drei Jahren erlebt. "Wir haben viel erreicht oder auf den Weg gebracht", zieht er nun Halbzeit-Bilanz. Der Verkauf im Neubaugebiet Auenfeld komme voran, die neue Dreifachturnhalle sei — "nach 30 Jahren Diskussion" — im Bau. Für den Seniorenpark in Garzweiler rollen bald die Bagger an, auch das Dorfentwicklungskonzept für Hochneukirch könne bald an den Start gehen. Heute kann die Gemeinde einen Erfolg feiern, wenn die Sekundarschule erstmals ihre Türen öffnet. "Damit sichern wir ein qualitativ gutes Bildungsangebot in Jüchen", erklärt Zillikens, der glaubhaft versichert: "Mir macht die Arbeit viel Spaß."

Da stellt sich die Frage, ob der Chef im Rathaus auch 2015 wieder kandidiert. "Für diese Frage ist es noch zu früh", sagte er gestern, "wir haben gerade Halbzeit. Die Frage der Kandidatur müssen wir erst noch in der CDU besprechen", so Zillikens.

Klar, dass es nicht nur erfreuliche Augenblicke gab: Die schlechte Finanzlage lastet schwer auf der Gemeinde. "Es ist schon belastend, Menschen zu sagen, dass für etwas Sinnvolles kein Geld da ist", so Zillikens. Und die Aussichten sind alles andere als rosig. Ein Minus von neun Millionen Euro weist der Etat 2012 auf: "Doch die Gewerbesteuer fließt nicht wie eingeplant. Wir sind froh, wenn wir unter zehn Millionen Minus bleiben", so Zillikens. Wir werden wohl weiter einsparen müssen, auch wenn ich dafür kaum noch Luft sehe. Wir wollen vermeiden, Einrichtungen zu schließen. Aber wir müssen einen Nothaushalt verhindern, weil wir sonst nur schwer Bank-Kredite bekommen." Eine Gratwanderung.

In die Zukunft blickte Zillikens gestern auch bei der Wirtschaftsförderung, die er sich als ein Schwerpunkt-Thema gesetzt hat. Mit der Ansiedlung von Esprit und DHL komme der Regiopark an der Grenze zu Mönchengladbach voran, "nachdem jahrelang bei dem interkommunalen Gewerbegebiet nichts passiert war. Man muss einen langen Atem haben." Fürs Gewerbegebiet an der Robert-Bosch-Straße in Jüchen soll die in Zillikens Amtszeit eingestellte Wirtschaftsförderin Olivia Weidemann auf der Expo Real in München werben.

Doch Zillikens denkt schon weiter. "Wir brauchen weitere große Gewerbeflächen — das mit Grevenbroich geplante, 40 bis 50 Hektar große interkommunale Gewerbegebiet an der A 540. Wir haben bei der Bezirksregierung deutlich gemacht, dass dieses Projekt für uns sehr wichtig ist."

(NGZ)