Korschenbroich : Zentrales Rathaus kommt

Die Stadtverwaltung ist auf vier Standorte verteilt. Das soll sich bald ändern. Für den Bürgermeister steht der angestrebten Zentralisierung nichts mehr im Wege. Dass sich das Vorhaben rechnet, will er der Politik zeigen.

Der Beschluss, die Stadtverwaltung dauerhaft zu zentralisieren und dafür das A-Gebäude des Gymnasiums umzubauen, stammt von April 2008. Doch wenn's ums Sparen geht, steht das Thema "Zentrales Rathaus" trotzdem immer wieder auf dem Prüfstand. In der vergangenen Woche hat sich die Fraktion "Die Aktive" weit aus dem Fenster gelehnt und vorgeschlagen, die Umsetzung mit veranschlagten Kosten von bislang 2,4 Millionen Euro auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die CDU will im Falle der "wirtschaftlichen Darstellung" das Zentralisierungskonzept umsetzen, ähnlich wie die SPD: Auch sie wartet auf die Wirtschaftlichkeitsberechnung. Und die will Bürgermeister Heinz Josef Dick morgen im Hauptausschuss vorlegen. Dabei scheut er auch nicht, das komplette Zentralisierungskonzept auf sogar 3,5 Millionen Euro hochzurechen.

"Wir haben jetzt schon einen Raumüberschuss im Gymnasium. 2013 fallen nochmals vier Klassen weg", so Dick. Das Gebäude – in direkter Rathausnähe – biete sich für einen Umbau an. "Eine solide Bausubstanz" wurde dem Gebäudekomplex von zwei unabhängigen Architektenbüros bescheinigt. "Sie haben einen Umbau mit rund drei Millionen Euro kalkuliert. Das ist auf jeden Fall preiswerter als ein Neubau", weiß Dick. Für ihn ist eine Zentralisierung zukunftsorientiert.

Wenn das A-Gebäude nach Dicks Vorstellungen Mitte 2013 zum Rathaus wird, fallen die Standorte Hannenhaus (Sport/Kultur, Schule), Friedrich-Ebert-Straße (Bauamt, Stadtpflege) und Hindenburgstraße (Tiefbauamt) weg. Die alte Sparkasse an der Hindenburgstraße befindet sich im Besitz der Stadt. Allerdings lässt das Gebäude zu wünschen übrig: "Hier muss dringend etwas gemacht werden", erklärt Dick und nennt als Stichworte Dämmung, Dach, Fassade, Fenster und Türen. Er bezieht sich dabei auf eine Energieuntersuchung und eine "grobe Schätzung": "Die Sanierung ist mit 287 000 Euro berechnet", so Dick.

Dringender Handlungsbedarf besteht auch bei dem vom Eigenbetrieb Abwasser angemieteten Eckhaus Friedrich-Ebert-Straße. "Abgesehen von der notwendigen Dachsanierung muss in der Halle umgehend etwas passieren", spricht Dick von gravierenden Problemen mit der Statik. Kosten für eine Sanierung kann er nicht liefern, stattdessen hat er mögliche Investoren in petto. "Es gibt mehrere Interessenten, die dort ein Altenwohnheim bauen möchten", bestätigt Dick ernstzunehmende Kontakte. Bei einem Verkauf bleibt für Rat und Verwaltung nur noch eine Frage: Wo sollen künftig Abwasserbetrieb und Stadtpflege ihr Domizil erhalten? Da gibt's aus Sicht Dicks mehre Möglichkeiten, doch er will zunächst die Aufgabe "Zentrales Rathaus" lösen.

(NGZ)