TSV Bayer Dormagen hat das leichtere Restprogramm: Zehn Punkte könnten die Rettung bedeuten

TSV Bayer Dormagen hat das leichtere Restprogramm : Zehn Punkte könnten die Rettung bedeuten

Jacek Bedzikowski hat dem TSV Bayer Dormagen die hauchdünne Chance erhalten, dem Abstieg aus der Handball-Bundesliga zu entgehen: Sein Treffer in der Schluss-Sekunde, vom eigenen Wurfkreis in das leere Hildesheimer Tor zum 25:24-Sieg gezirkelt, bedeutet noch einmal ein Fünkchen Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Sechs Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz jetzt nur noch vier (Plus-) Punkte.

Allein für sich genommen, könnte das eine zu hohe Hürde sein für die Chemiestädter. Doch was den Hoffnungsschimmer glühen lässt auf Seiten des TSV Bayer: Er besitzt das deutlich leichtere Restprogramm als die vier Konkurrenten, aus denen die zwei direkten Absteiger neben Wuppertal und Hildesheim sowie der eine Teilnehmer an der Relegationrunde gegen den Sieger aus dem Aufeinandertreffen der beiden Zweitliga-Zweiten ermittelt werden.

Während im Norden der Wilhelmshavener HV bereits feststeht, kommt es im Süden noch zum Duell zwischen dem VfL Pfullingen und der TSG Friesenheim; die Schützlinge des Ex-Dormageners Michael Biegler sind nach ihrem 24:21-Sieg bei der SG Leutershausen bis auf einen Punkt an Pfullingen, das mit seiner 21:24-Niederlage FA Göppingen zum Meistertitel verhalf, herangerückt. Ob Dormagen auf einen der beiden trifft oder sogar noch den direkten Klassenerhalt schafft, entscheidet sich in den noch sechs ausstehenden Spielen bis zum 20. Mai.

Der Vorteil des TSV Bayer (19:45 Punkte, -97 Tore: Es besitzt noch vier Mal Heimrecht (gegen Wuppertal, Nordhorn, Großwallstadt und Wetzlar), ein Mal mehr als Hameln (23:41, -62) und Nettelstedt (24:40, -48), sogar zwei Mal mehr als Willstätt (24:40, -32); nur Eisenach (23:39, -47) hat dank des Nachholspiels gegen Nordhorn auch noch vier Heimspiele.

Das Restprogramm der fünf abstiegsgefährdeten Teams auf einen Blick:

TSV Bayer Dormagen: Wuppertal (H), Nordhorn (H), Lemgo (A), Großwallstadt (H), Hameln (A), Wetzlar (H).

SG Hameln: Magdeburg (H), Nettelstedt (A), Hildesheim (H), Wuppertal (A), Dormagen (H), Lemgo (A).

ThSV Eisenach: Kiel (A), Wallau (H), Nordhorn (H), Flensburg (A), Schwartau (H), Willstätt (A), Solingen (H).

TuS Nettelstedt: Großwallstadt (A), Hameln (H), Wetzlar (A), Minden (H), Kiel (A), Wallau (H).

SG Willstätt/Schutterwald: Flensburg (A), Schwartau (H), Nordhorn (A), Solingen (A), Eisenach (H), Gummersbach (A).

Da könnte die Partie bei der SG Hameln - das letzte Auswärtsspiel wird am Mittwoch, 16. Mai, um 20 Uhr in der Rattenfängerhalle angepfiffen - zum Schlüsselspiel werden: Gewinnt der TSV alle seine Heimspiele und punktet auch in Hameln, sollte mit dann 29 Punkten zumindest der Relegationsplatz zu erreichen sein. Damit könnte Hameln - eine Heimniederlage gegen den SC Magdeburg vorausgesetzt - ebenso hinter sich gelassen werden wie Willstätt, das nur noch zwei Heimspiele hat und auswärts bislang nur in Dormagen und Hildesheim punkten konnte.

Wichtig für den TSV: Er darf zuhause keinen Punkt mehr abgeben. Schließlich besitzt er mit jetzt vier Siegen die klar beste Auswärtsbilanz aller Kellerkinder, mit nur fünf Heimsiegen aber auch die eindeutig schwächste vor eigenem Publikum. "Wir müssen jetzt erst einmal unser Heimspiel gegen Wuppertal gewinnen, dann sehen wir weiter", blickt TSV-Trainer Kai Wandschneider auf die Partie am Samstag (19.30 Uhr). Und das dürfte nicht einfach werden, schließlich sind die Gäste seit drei Spielen unbesiegt: Dem 22:20 in Nettelstedt und dem 24:22-Heimsieg über Hildesheim ließen sie am Sonntag in der Uni-Halle ein 24:24-Unentschieden gegen die HSG Nordhorn folgen.

Auffällig auf Dormagener Seite: die hohe Flut von Gegentreffern. "Wenn wir in der vorigen Saison 24 Tore geworfen haben, haben wir bis auf das Spiel gegen Kiel immer gewonnen", erinnert sich Mannschaftskapitän Jacek Bedzikowski, "diesmal ist das anders". In der Tat: Sechs Mal gingen die Dormagener schon als Verlierer vom Platz, obwohl sie 24 und mehr Tore erzielten. Ein Problem der Torhüter? Der Abwehr? Oder kassieren die Bayer-Handballer diese Trefferflut, weil sie im eigenen Angriff zu viele Fehler machen und sich immer wieder Gegenstöße einfangen? Egal, Bedzikowski fordert jedenfalls für den Rest der Saison: "Wir müssen aggressiver werden".