Korschenbroich: Zahl der Unfälle ist gestiegen

Korschenbroich : Zahl der Unfälle ist gestiegen

In Korschenbroich gab es im vergangenen Jahr 767 Unfälle. Im Jahr zuvor waren es noch 739 gewesen. Auch die Zahl der Unfallflüchtigen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.

Die Vorfahrt missachtet, falsch abgebogen, beim Wenden nicht aufgepasst – das sind die Hauptursachen dafür, dass es auf Korschenbroichs Straßen im vergangenen Jahr 767 Mal gescheppert hat. "Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl gestiegen", macht der Korschenbroicher Polizeichef Jürgen Morgenweg deutlich. Denn 2010 waren es insgesamt "nur" 739 Unfälle.

Einer der tragischsten Unfälle passierte am 14. Juli auf der Landstraße 381. Ein 13 Jahre junger Schüler verletzte tödlich auf seinem Schulweg mit dem Fahrrad. Der zweite Verkehrstote, der im vergangenen Jahr zu beklagen war, starb am 8. August auf der L 32.

Viele Ältere betroffen

Unter den verletzten oder getöteten Unfallopfern waren besonders viele Senioren. 22 der insgesamt 54 Betroffenen waren 65 Jahre oder älter. Bei dieser Gruppe war der Anteil der Fahrradfahrer auffällig hoch: Von den 22 Unfällen mit Senioren waren insgesamt neun Mal Radfahrer betroffen. Die hohe Zahl der Senioren zeigt sich auch, wenn man alle Verkehrsunfälle mit aktiver Beteiligung von Senioren betrachtet. Die Zahl beträgt 48.

Die Polizei hat Schwerpunkte ausgemacht, an denen besonders häufig Unfälle verzeichnet wurden. In Kleinenbroich an der L 361 im Bereich Rhedung/Im Hasseldamm, An der Mühle bei Drölsholz und an der Willicher Straße in Raderbroich. Die Polizei will daran arbeiten, dass gerade an diesen Stellen weniger Unfälle passieren. "Wir werden eine Kommission bilden, an der die Polizei und auch das Tiefbauamt beteiligt werden", kündigt Morgenweg an. Diese Kommission soll analysieren, warum es an den drei genannten Punkten so häufig Unfälle gibt. Danach kann gegengesteuert werden – etwa durch Ampeln oder Verkehrsschilder.

Besonders ein Dorn im Auge ist dem Korschenbroicher Polizeichef, dass immer mehr Verursacher eines Unfalles einfach weiterfahren – von Fahrerflucht ist hier die Rede. 188 Mal machten sich die Unfallverursacher aus dem Staub. Im vergangenen Jahr waren es noch 163 gewesen. "Das Unrechtsbewusstsein scheint immer weiter abzunehmen", diagnostiziert Morgenweg. Immerhin konnten von den 188 Flüchtigen 75 gestellt werden.

Wenn Unfallflucht im Spiel ist und Schwerverletzte zu beklagen sind, zieht die Polizei alle ermittlungstechnischen Register. Da werden am Unfallort Lackreste des flüchtigen Fahrzeuges genommen, mit deren Hilfe der Fahrzeugtyp und manchmal auch der -halter ermittelt werden können.

(NGZ)
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