Jüchen : Wohnwagen in Gierath ausgebrannt

Zwei Wohnwagen einer Puppenspieler-Familie standen am Donnerstagmorgen auf dem Kirmesplatz in Gierath in Flammen. Einer brannte komplett aus. Für die Familie von Eigentümer Harald Richter könnte das Feuer herbe finanzielle Verluste bedeuten. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Der Schock sitzt tief. Harald Richter ringt am Nachmittag noch nach Worten, unermüdlich sagt er: "Es muss weitergehen, und es wird weitergehen." Donnerstagmorgen um kurz vor 8 Uhr erhielt er die Nachricht: Zwei seiner auf dem Kirmesplatz in Gierath geparkten Wohnwagen wurden durch ein Feuer zerstört, ein dritter Wagen leicht beschädigt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Der 56-jährige Puppenspieler macht kein Hehl daraus, dass in seiner Familie Tränen fließen. "Vor allem meine Frau und meine Schwiegertochter sind völlig fertig", sagt Richter.

Im Urlaub von Brand erfahren

Das Feuer war gegen 6.45 Uhr von Passanten entdeckt worden. Bis kurz nach 9 Uhr war die Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt. Harald Richter erfuhr im baden-württembergischen Künzelsau per Handy vom Brand. Sein Schwager hatte ihn angerufen.

In Künzelsau verbrachte Richter mit seiner zehnköpfigen Familie die Herbstferien. Am Freitag wollte sich der Tross auf den Rückweg nach Gierath machen. Das wurde vorgezogen: Bereits am Donnerstagabend kehrte die Familie zurück. Zuvor hatte sie noch einen Auftritt in Kitzingen. Dort spielte das Marionetten-Theater "Schneewittchen und die sieben Zwerge". "Die Show muss ja weitergehen. Gerade jetzt ist das besonders wichtig", meint Richter. Der Brand könnte für die Familie starke finanzielle Folgen haben. "Es ist nicht klar, ob die Hausratversicherung überhaupt für den Schaden aufkommt", sagt Richter.

In den beiden Wohnwagen befand sich beinahe das gesamte Hab und Gut der Familie: Kleidung, Besteck, Geschirr. "Es war eigentlich alles darin, was man zum täglichen Leben braucht", sagt Richter. Den Schaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro, Harald Richter geht von etwa 40.000 Euro aus. "Zudem sind viele Erinnerungsstücke verloren gegangen." Zumindest ein Großteil der Marionetten blieb verschont. "Wäre das nicht der Fall, dann stünden wir vor dem Nichts", sagt Harald Richter.

So aber könne die Familie zumindest weiter ihre Vorstellungen geben. In der kommenden Woche sind Auftritte in Neusser Schulen geplant. "Die werden stattfinden", versichert der Puppenspieler. Auf die Einnahmen ist er angewiesen. Seit vielen Jahren macht Richter auf dem Kirmesplatz in Gierath Station. Viele der Schützen kennen ihn und seine Familie, entsprechend geschockt reagierten sie auf die Nachricht vom Brand.

Harald Richter versucht jetzt, den Schock zu überwinden. "Immerhin", sagt er mit leiser Stimme, "ist bei dem Brand kein Mensch verletzt worden."

(NGZ/jco/rai)