1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Lokalsport: „Wir machen’s wie Stuttgart “

Lokalsport : „Wir machen’s wie Stuttgart “

Eigentlich ist Nils Meyer ja Werder-Bremen-Fan. Leidenschaftlicher sogar. Doch für das dramatische Aufstiegsfinale in der Zweiten Handball-Bundesliga Süd hat sich der Mittelmann des TSV Bayer Dormagen einen anderen Fußball-Klub zum Vorbild erkoren: "Wir machen's so wie Stuttgart", meinte der 27-Jährige, "wir übernehmen erst ganz am Schluss die Tabellenführung."

Die Chance dazu haben die Dormagener durch einen mühsam erkämpften, letztlich aber ungefährdeten 27:24-Sieg (Halbzeit 15:14) vor 2 280 Zuschauern im letzten Heimspiel gegen einen sich heftig wehrenden SV Concordia Delitzsch gewahrt. Doch anders als in der Fußball-Bundesliga, wo der Titelkampf zwischen dem VfB Stuttgart und Schalke 04 im Fernduell entschieden wird, kommt es in der Zweiten Liga Süd am Samstag (19.30 Uhr) zum großen "Show-Down", zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Aufstiegsanwärter: Gastgeber TuSEM Essen genügt nach dem 35:29-Sieg beim TV Kirchzell aufgrund der besseren Tordifferenz ein Unentschieden, um im ausverkauften Sportzentrum "Am Hallo" nach zweijähriger Abwesenheit die Rückkehr in die Handball-Bundesliga feiern zu können.

Bayer muss gewinnen, um nach einem Jahr in der Regionalliga und fünf Spielzeiten in der Zweiten Liga mit den Abschlussplatzierungen zwölf, vier, drei und zwei wieder in die "stärkste Liga der Welt" zurückzukehren. Gelingt das nicht, bleibt wie vor Jahresfrist der Umweg über die Relegation, zunächst gegen den Nord-Vizemeister Stralsunder HV. "Alle Spieler, die das im vergangenen Jahr erlebt haben, wollen sich eine Wiederholung ersparen", stellt Mannschaftskapitän Florian Wisotzki klar. Und Trainer Kai Wandschneider macht eine einfache Rechnung auf: "Vor einer Woche haben wir unser erstes Ziel, Platz zwei, erreicht. Heute haben wir das zweite Ziel, das 'Endspiel', geschafft. Jetzt schaffen wir auch noch das dritte Ziel, dieses 'Endspiel' zu gewinnen."

Was den sonst so vorsichtigen Handball-Lehrer so optimistisch stimmt, ist nicht nur die punktemäßige Erfolgsserie der jüngsten Vergangenheit, die Bayer mit nun 28:4 Zählern als mit Abstand erfolgreichstes Rückrundenteam ausweist. Sondern die Tatsache, dass "wir viel dazugelernt haben in den letzten Wochen." Das letzte Heimspiel, das bis zum Schlusspfiff so zäh dahintröpfelte wie Grießbrei durch eine Sanduhr , sollte zu diesem Lernprozess noch einiges beitragen. Denn es zeigte den Dormagenern anschaulich, was sie tunlichst allesnichtmachen sollten, um in Essen nicht unter die Räder zu kommen.

Das wird am Samstag sicher anders aussehen: "Da ist Handball Nebensache", ist Florian Wisotzki mit Blick auf das "Endspiel" überzeugt: "Da geht es nur noch um Kämpfen."

(NGZ)