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Stadt stellt Weichen für Offene Ganztagsgrundschule: Wir haben positive Standards gesetzt

Stadt stellt Weichen für Offene Ganztagsgrundschule : Wir haben positive Standards gesetzt

Von Simon Hopf Die Gemeinde Rommerskirchen hat sie schon eingeführt, und auch für Korschenbroich rückt der "Tag X" unaufhaltsam näher: Am 6. August 2007 soll es soweit sein, dann wird die Offene Ganztagsgrundschule im Stadtgebiet flächendeckend in Betrieb gehen. Ausgenommen Herrenshoff, denn dort beginnt man mit dem neuen Betreuungsangebot bereits Ende August 2005. Die Einführung der Offenen Ganztagsschule im August 2007 bedeutet für sie das "Aus": Silentien und Horte, wie zum Beispiel der "Flummigumm" in Kleinenbroich, werden in die OGTS integriert. NGZ-Archiv: L. Berns

Von Simon Hopf Die Gemeinde Rommerskirchen hat sie schon eingeführt, und auch für Korschenbroich rückt der "Tag X" unaufhaltsam näher: Am 6. August 2007 soll es soweit sein, dann wird die Offene Ganztagsgrundschule im Stadtgebiet flächendeckend in Betrieb gehen. Ausgenommen Herrenshoff, denn dort beginnt man mit dem neuen Betreuungsangebot bereits Ende August 2005. Die Einführung der Offenen Ganztagsschule im August 2007 bedeutet für sie das "Aus": Silentien und Horte, wie zum Beispiel der "Flummigumm" in Kleinenbroich, werden in die OGTS integriert. NGZ-Archiv: L. Berns

So sieht es das "Rahmenkonzept Offene Ganztagsgrundschule der Stadt Korschenbroich" vor, das am Mittwoch von Bürgermeister Heinz Josef Dick und dem für Schule zuständigen Beigeordneten Rudolf Graaff gemeinsam mit Pejo Stefes, Leiter des Schulverwaltungsamts, vorgelegt wurde. Der Tenor: Das Feld ist bestellt. Aus einem "Wust" (Stefes) an Unterlagen war in den vergangenen Wochen ein aussagekräftiger und übersichtlich strukturierter Entwurf angefertigt worden, der in dieser Form vom Stadtrat verabschiedet werden soll.

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Ein im Februar 2003 veröffentlichter Erlass des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen brachte den Stein ins Rollen: Die Betreuungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe (vor allem Horte) sowie der Schulen (Silentien, Schule von acht bis eins, Dreizehn plus) müssen bis 2007 in die Offene Ganztagsschule (OGTS) im Primarbereich integriert werden. Daraus habe sich für die Stadt die Verpflichtung ergeben, "rechtzeitig in die Planungen einzutreten", so Graaff, der aber betonte, die bewährten Strukturen bis 2007 beibehalten zu wollen.

Ziel sei es "jedem Ortsteil eine angemessene Entwicklung" zu ermöglichen. Momentan werden in den Schulbezirken Andreas, Dionysius, Maternus, Glehn, Herrenshoff, Pesch und Liedberg 402 Schulkinder betreut. Dies entspreche einer Versorgungsquote von 26 Prozent, wie Bürgermeister Dick ausführte. Die künftige Teilnehmerzahl für die OGTS wird auf 419 Kinder in 16 Gruppen beziffert, so die Prognose. Nach diesem Bedarf orientieren sich das Organisationsmodell und die Finanzberechnung, heißt es in der Verwaltungsstudie. Durch die intensive Einbindung der Elternschaft - und damit der Initiativen und Fördervereine als derzeitige (und künftige) Träger der bisherigen Angebote - sowie der Schulen würden "positive Standards gesetzt", erklärte Graaff.

Personalfragen fielen weiter in die Kompetenz der Trägervereine, wobei das Weisungsrecht die Schulleitung übertragen bekommt, die in Abstimmung mit der Schulkonferenz das Betreuungsangebot mit Inhalten füllen muss. Um Familie und Beruf möglichst gut miteinander zu vereinbaren, werde eine generelle Öffnungszeit der OGTS von 8 bis 16.30 Uhr angestrebt. Gerade auf die personelle Ausstattung der OGTS legt das Konzept der Verwaltung Wert, um den durch die Auflösung der Horte "gewollten pädagogischen Rückschritt" (Dick) abzufedern.

In Korschenbroich solle in jedem Fall eine pädagogisch geschulte Fachkraft pro Gruppe, ergänzt um zusätzliches Personal auf 400-Euro-Basis, eingesetzt werden - auch wenn das Landeskonzept eine spezifische Vorbildung als nicht unbedingt notwendig erachtet. Als finanzielle Richtgröße seien 40.800 Euro im Jahr pro Gruppe veranschlagt. Ziel ist es daher, die erhöhte Landesförderung von 820 Euro jährlich je Teilnehmer sicherzustellen. Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner wie Kirchen, Sportvereine oder die Musikschule gewonnen werden, um zusätzliche Projekte zu ermöglichen.

Damit mache das Prädikat "offen" dem Namen des neuen Betreuungsmodells alle Ehre, so Beigeordneter Graaff sinngemäß: "Die Zusatzangebote sind entgeltpflichtig und damit offen für andere Kinder, die nicht die Ganztagsschule besuchen." Eine verlässliche Ferienbetreuung ist ebenso ausgeklügelt wie Vertretungen im Krankheitsfall. Auch die räumliche Situation wurde bereits untersucht. Und dies mit dem Ergebnis, dass Um- und Anbauten insgesamt in nur sehr begrenztem Umfang nötig sein werden.

Bei der Höhe der Elternbeiträge wird die "soziale Komponente" berücksichtigt: Daraus folgt eine einkommensabhängige Staffelung bis maximal 100 Euro im Monat in Anlehnung an die Hortbeiträge nach dem so genannten GTK; Geschwisterkinder erhalten eine 50-prozentige Ermäßigung. Die sich auf 343.580 Euro summierenden Landesmittel werden somit um geschätzte 296.000 Euro an Elternbeiträgen aufgestockt.

Aus Einsparungen durch die Überführung der Kinderhorte kommen noch einmal 217.900 Euro zusammen, so dass sich Einnahmen in Höhe von ungefähr 858.400 Euro ergeben. Nach Abzug aller Ausgaben bliebe ein jährliches Plus von 3.264 Euro. "Eine schwarze Null", wie Rudolf Graaff humorvoll anmerkte.

(NGZ)