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Olympische Spiele: "Wir ärgern uns jetzt einen Abend"

Olympische Spiele : "Wir ärgern uns jetzt einen Abend"

Der Weltranglistenerste Nicolas Limbach über die Gründe, warum er gestern im Viertelfinale des olympischen Säbelwettbewerbs mit 12:15 am Russen Nikolay Kovalev scheiterte und weshalb er sich jetzt ganz besonders auf die Mannschaftsentscheidung am Freitag freut

Dormagen/London In der vielleicht bittersten Stunde seiner bisherigen Karriere zeigt Nicolas Limbach Größe: Gerade mal drei Stunden, nachdem der Weltranglistenerste mit einer 12:15-Niederlage gegen den Russen Nikolay Kovalev im Viertelfinale des olympischen Säbelwettbewerbs ausschied, stand der 26-Jährige vom TSV Bayer Dormagen der NGZ in einem Telefoninterview Rede und Antwort.

Herr Limbach, die Frage, wie es Ihnen geht, stellen wir lieber nicht.

Nicolas Limbach Natürlich bin ich enttäuscht. Ich hatte andere Ziele, ich wollte hier gewinnen, denn ich will eigentlich immer gewinnen.

Warum hat es nicht bis zum Kampf um die Medaillen gereicht?

Limbach Das Feld war von der Leistung her ganz eng beieinander, aber das wusste ich vorher. Schließlich sind das hier Olympische Spiele und da werden einem die Medaillen nicht einfach so hingelegt. Ich bin ja nicht der einzige aus der Spitze der Weltrangliste, der sich so früh verabschiedet hat.

Dabei sind Sie gut in den Wettkampf 'reingekommen.

Limbach Der Auftakt war gut. Schade, dass ich gleich im zweiten Gefecht gegen Peter (Limbachs Vereinskollege Benedikt Wagner, Anm. d. Red.) gekommen bin. Das hat mir leid getan für ihn, wird die Stimmung im Team aber nicht trüben.

Im Livestream hatte man den Eindruck, als wären Sie gegen Kovalev nicht richtig ins Gefecht gekommen.

Limbach Kovalev war ziemlich gut auf mich vorbereitet. Das ist so: Wenn man Weltranglistenerster ist, dann gucken alle deine Videos. Ich hatte zwar auch welche von ihm gesehen, aber ehrlich gesagt hatte ich andere Gegner erwartet und mich eher auf Leute wie Yakimenko oder Reshetnikov eingestellt. Aber die waren zu diesem Zeitpunkt schon draußen. Man muss aber auch anerkennen, dass Kovalev heute sein bestes Fechten gezeigt hat.

Die Niederlage lag also nicht an umstrittenen Entscheidungen des Kampfrichters?

Limbach Ich hab' was Kritisches über den Kampfrichter gesagt, da war ich noch voller Adrenalin. Seine Leistung sollen andere beurteilen, das geht von außen besser als auf der Planche. Doch ich hatte schon den Eindruck, als habe Kovalev leichte Vorteile gehabt. Aber trotzdem muss ich so ein Gefecht gewinnen, denn das gibt es in der Saison immer mal wieder.

Wie geht es jetzt weiter?

Limbach Wir ärgern uns jetzt einen Abend und dann konzentrieren wir uns voll auf die Mannschaft. Ich habe schon immer gesagt, dass die beiden Wettbewerbe gleichrangig für mich sind.

Volker Koch führte das Gespräch

(NGZ)