Jüchen : Willi Corsten zurück in Jüchen

Schriftsteller Willi Corsten lebt heute zwar im Spessart, doch seine Heimat hat er nicht vergessen. Immer wieder kehrt der 71-Jährige nach Jüchen zurück, um dort aus seinen Kinderbüchern vorzutragen.

Gebannt hängen die Kinder an seinen Lippen, lauschen mit großen Augen den Geschichten von "Maximo", dem kleinen Tintenfisch, und dem "kleinen Schweinchen Hannibal".

Zum Bedburdycker Pfarrfest hatten sie besonderen Besuch in der Katholischen Bücherei: Der Autor Willi Corsten (71) kam und brachte seine Kinderbücher mit. Obwohl der gebürtige Jüchener seit einer Weile im Spessart wohnt, ist er noch immer mit seiner Heimat verbunden.

Bereits mit elf Jahren entschloss sich Willi Corsten, Schriftsteller zu werden. Sein Erstlingswerk sprühte vor Fantasie: Es war ein Abenteuerroman mit etwa 100 Seiten. Im Laufe der Zeit verschwand das Manuskript, in dem es um die Flucht eines Jungen nach Afrika ging, auf Nimmerwiedersehen. Lange Zeit lebte Corsten in Hülchrath und arbeitete als Busfahrer für die Bundesbahn. "Durch diesen jahrelangen Umgang mit den Menschen habe ich unglaublich viele Ideen gesammelt", sagt er.

So erinnerte er sich vor 25 Jahren an sein liebes Hobby, seinen Kindheitstraum, und widmete sich mehrere Stunden am Tag der Schreiberei. "Ich bin ein Perfektionist", bekennt er. "Wenn ich eine Kurzgeschichte schreibe, kann es passieren, dass ich sie noch 30 mal umändere — wenn nötig."

Verständlich, dass Willi Corsten sich auf Kurzgeschichten, Satiren, Märchen und Gedichte spezialisiert hat: "An einem Roman würde ich vermutlich 20 Jahre sitzen." Unzählige Lesungen hat Corsten bereits in Tagesstätten und Grundschulen gehalten. Dabei ist ihm die Nähe zu den Kindern wichtig. "Ich möchte der Fantasie Flügel verleihen. Deshalb schreibe ich gerne mit Kindern Gedichte", sagt er.

Der Reiz daran sei, Gedanken so kurz und so genau wie möglich zu fassen. "Der Inhalt muss vorwiegend lustig sein und hin und wieder auch mal ernst. Dann können sich die Kinder damit identifizieren", sagt Corsten. In seine Fußstapfen tritt Enkelin Lara Taube aus Stessen. Sie geht in die vierte Klasse und liebt es, mit dem Opa Gedichte zu schreiben. "Auch von ihr ist ein Gedicht in meinen neuen Büchern", verrät der nicht ohne Stolz.

Zum Ausgleich für die Arbeit am Computer geht der Schriftsteller regelmäßig wandern oder widmet sich der Musik. Alte Schlager und Operetten hört er zur Entspannung. "Doch dann bin ich immer wieder froh, wenn ich eine Idee für ein neues Buch habe — und das Schreiben wieder losgeht."

(NGZ)