Sportlerwahl : Wiegele wieder auf Platz eins

Wie im Vorjahr war die NGZ-Sportlerwahl des Jahres fest in der Hand der Voltigiererinnen. Die NGZ-Leser machten Simone Wiegele vom RSV Grimlinghausen wieder mit großem Vorsprung zur Siegerin. Bei der gestrigen Abschlussveranstaltung wurde aber nicht nur sie geehrt.

Die in der Vergangenheit schon so oft beschworene "Voltigierfamilie" hat erneut eindrucksvoll ihren Zusammenhalt bewiesen. Bei der inzwischen 33. Auflage der NGZ-Sportlerwahl des Jahres wählten die NGZ-Leser wie im vergangenen Jahr Simone Wiegele vom RSV Grimlinghausen mit überwältigendem Vorsprung auf den ersten Platz. Über die Hälfte aller 2014 per Telefon oder Internet abgegebenen Stimmen entfielen auf die Voltigiererin, die die Monatsabstimmung im August für ihren ersten DM-Titel und Platz drei bei der WM gewonnen hatte.

Basketballerin Natascha Müsch (TG Neuss) auf Platz zwei und Säbelfechter Benedikt Wagner (TSV Bayer Dormagen) als Dritter hatten schon gut 900 Stimmen weniger, womit ihr Stimmenanteil bei rund sechs Prozent lag. "Das Voltigieren ist so populär, weil es so viele Pferdesportler im Rhein-Kreis gibt. Warum ich so populär bin, weiß ich nicht", gestand Simone Wiegele gestern Abend vor zahlreichen Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft, nachdem sie von NGZ-Sportredakteur und Moderator Volker Koch bei der Abschlussveranstaltung im Neusser Autohaus Gottfried Schultz (Audi) zur Ehrung nach vorne gerufen worden war.

Dass die NGZ mit ihrer Veranstaltung in einem Autohaus zu Gast war, hat einen guten Grund. Wie schon im Vorjahr Gastgeber medicoreha ist auch das Unternehmen Gottfried Schultz Mitglied der Partner des Sports, die neben dem Sport im Rhein-Kreis eben auch die NGZ-Sportlerwahl unterstützen. Außerdem bot die große Ausstellungshalle ausreichend Platz für die Tischtennisspieler der TG Neuss und der DJK Holzbüttgen, die gestern die Vielfalt ihrer rasanten Sportart präsentierten. Eine Tischtennisspielerin stand auch zur Wahl, doch die Rommerskirchenerin Lara Broich, 2008 immerhin noch Siegerin, kam dieses Mal nur auf Rang elf.

Deutlich höher im Kurs bei den NGZ-Lesern stand TG-Basketballerin Natascha Müsch. "Ich bin natürlich positiv überrascht", meinte Müsch, "wir versuchen, bei der TG etwas aufzubauen und in kleinen Schritten an frühere Erfolge anzuknüpfen." Dass der drittplatzierte Benedikt Wagner gestern nicht dabei sein konnte, lag daran, dass der Säbelfechter mit seinen Vereinskameraden zum Weltcup nach Moskau gereist ist.

Neben Siegerin Simone Wiegele war noch eine weitere Voltigiererin in der Kandidatenliste. Der siebte Platz von Antje Hill spricht dafür, dass sich das Voltigierlager fast komplett auf Wiegele festgelegt hat. Immerhin ist die 24-Jährige dadurch die erste Sportlerin seit Nadia Zülow, die ihren Vorjahressieg wiederholen konnte. Zülow, die weltweit erfolgreichste Voltigiererin, gewann die NGZ-Sportlerwahl von 1998 bis 2002 viermal hintereinander.

Ob Wiegele allerdings 2011 nachziehen kann, ist fraglich. Denn in dieser Saison will sie genau wie Antje Hill auf Einzelstarts verzichten. Das große Ziel des RSV Grimlinghausen ist es nämlich, wieder mit der Mannschaft den EM-Titel zu gewinnen. "In der Gruppe macht es eben viel mehr Spaß", begründet Wiegele den vorläufigen Verzicht auf eine Einzelkarriere. Da war sie also wieder, die in der Vergangenheit schon so oft beschworene "Voltigierfamilie".

(NGZ)