Jüchen : Wieder Streit um Altenheim-Pläne

Der Streit um das geplante Altenheim zwischen Landesstraße 381 und Bahnlinie ging gestern Abend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege in die nächste Runde.

Immer wieder attackierten Mitglieder der Bürgerinitiative "Nein zum Heim" Politik und Verwaltung. Trotz massiver Vorwürfe und belegbaren Argumenten ließ sich der Ausschuss nicht von seinem seit Monaten eingeschlagenen Kurs abbringen: Er beschloss einstimmig, den Entwurf des Bebauungsplanes "Senioreneinrichtung Am Bahnhof" für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen.

Initiativen-Sprecher Friedel Herten warf der Verwaltung vor, den Ausschuss mit Aussagen zur Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Hindenburgstraße bewusst getäuscht zu haben. "Sie dürfen der Offenlegung nicht zustimmen", mahnte Herten die Politik zur Verantwortung. Nichts sei unbedenklich, bezog er sich auf das von der Stadt unter Verschluss gehaltene und von dem Bauherrn, der Grundstücksgesellschaft Janßen, in Auftrag gegebene Gutachten zur Verkehrsuntersuchung der Senioreneinrichtung. Herten monierte: "Der akustische Signalgeber für Sehbehinderte fehlt, die Verkehrsinsel ist für den Parallelverkehr zu eng und zu abschüssig speziell für Rollstuhlfahrer." Konflikte zwischen Radfahrer und Fußgänger seien programmiert. Von diesem Konfliktpotenzial wollte der Ausschuss nichts wissen. Während der Beigeordnete Georg Onkelbach den unterstellten Täuschungsversuch zurückwies ("Wir haben keinen getäuscht.") setzte Albert Richter (SPD) zur Verteidigung an: "Wenn das alles so gefährlich ist, müsste man den Bahnhof schließen. Seit 20 Jahren gibt es diese Kreuzung."

Hertens Hinweis auf eine neue Situation tat Richter mit dem Hinweis ab: "Emotionen sind wichtig, aber hier sollten wir einen kühlen Kopf behalten." Und weiter zitierte Richter aus dem Gutachten: "Die Kreuzung erfüllt zum heutigen Zeitpunkt die grundsätzlichen Anforderungen von älteren Menschen. Nichtsdestotrotz können unterschiedliche Maßnahmen zu einer wesentlichen Verbesserung der Bedingungen für den Fußverkehr hinsichtlich Verkehrssicherheit und Attraktivität beitragen."

(NGZ/rl)
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