Jüchen : Wie Urlauber ihr Heim sichern

Urlaub all inclusive: Manche Jüchener kamen in den vergangenen Wochen aus dem Ferien zurück und stellten fest, dass Einbrecher in ihrem Zuhause waren. Welche Ratschläge die Polizei gibt, um das Eigentum zu schützen.

Dreimal suchten sich Zigarettendiebe innerhalb von zehn Tagen einen Discounter aus; in der Nacht brachen sie die Tür auf, ließen Zigaretten aus dem Kassenbereich mitgehen. Noch weiß die Polizei nichts über die Täter. "Die Ermittlungen laufen", so Diane Drawe, Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Auch Häuser und Wohnungen werden in der Ferienzeit Ziel von Einbrechern: In den vergangenen vier Wochen wurden zwei Wohnungen und eine Grundschule aufgebrochen; zweimal scheiterten die Täter oder wurden gestört.

Einbrecher scheitern häufiger

Stellen die Sommerferien eine Hochsaison für Einbrecher dar? Soweit will Polizei-Sprecherin Diane Drawe nicht gehen: "Die klassische Hochkonjunktur haben unverändert Einbrüche in der dunklen Jahreszeit." Insgesamt würden die Einbruchszahlen im Rhein-Kreis Neuss "auf einem hohen Niveau" liegen: 2010 schlugen Einbrecher 1501 Mal zu, im vergangenen Jahr 1500 Mal. Drawe geht davon aus, dass auch 2012 "ähnliche Zahlen" erreicht werden. Was sie allerdings optimistisch stimmt: "Immer häufiger kommen Einbrecher nicht zum Ziel: Entweder, weil Häuser und Wohnungen gut gesichert sind oder weil Nachbarn oder Passanten aufmerksam sind."

Dass gerade die Schulferien zu einem Risiko werden können, weiß Kriminaloberkommissar Christoph Kaiser (48) vom Kommissariat für Prävention und Opferschutz: "Etwa dann, wenn die Täter den Start in den Urlaub beobachten." Sein einfacher Tipp deshalb: "Lassen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung möglichst bewohnt erscheinen." Dies könne etwa erreicht werden, indem Briefkästen regelmäßig geleert werden, Rollläden bewegt werden, das Licht betätigt wird oder Bobbycar und Gummistiefel zu sehen sind.

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte sein Zuhause absichern; etwa durch Sicherungen an Türen oder Fenstern, den "Augen" des Hauses. Je nach Objekt kann dies zwischen 2000 und 3000 Euro kosten. Welche Maßnahmen geeignet sind, darüber informiert das Kommissariat Opferschutz und Prävention.

Wenn Einbrecher erfolgreich sind, leiden die Opfer oft lange unter den Folgen, weiß Kaiser. "Viele fühlen sich danach in ihrem Zuhause nicht mehr wohl. Sie haben das Gefühl, dass ein Fremder ihr Refugium betreten, ihre Privatsphäre gestört hat." Die gelte nicht nur für das eigene Heim. Dieses Gefühl kenne auch jede Frau, deren Handtasche gestohlen wurde.

(NGZ/rl)