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Korschenbroich: Wie das Rathaus die alten Schulräume nutzt

Korschenbroich : Wie das Rathaus die alten Schulräume nutzt

Ende August sollen 60 Mitarbeiter der Stadtverwaltung ins leer stehende Gymnasium-Gebäude ziehen. Vom Schulcharme wird aber wenig übrig bleiben. Das Gebäude wird völlig anders aussehen.

Für einen kurzen Moment ist es im leerstehenden A-Gebäude des Gymnasiums wie in heitersten Schulzeiten. Vier Kinder toben die Treppen herunter, an der Charaktere der Muppet-Show aufgemalt sind. Sie lachen, feixen, eines hat sogar ein Radio dabei, aus dem Hits dröhnen, die zu einem Sampler namens "Hitzefrei-Hits 2013" gehören könnten. Zwei Dinge holen den Betrachter raus aus dieser Illusion: "Die Malereien werden den Umbau leider nicht überleben", sagt Fachbereitsleiter Georg Onkelbach. Und die Kinder benehmen sich nur wie Kinder — sie sind Bauarbeiter mit mächtig Spaß bei der Arbeit. Der Umbau des ehemaligen Gymnasium-Gebäudes ist in vollem Gange. Ende August sollen hier 60 Mitglieder der Stadtverwaltung einziehen.

Dafür hat das Team um Georg Onkelbach rund 3,4 Millionen Euro in die Hand genommen. Um die Räumlichkeiten nutzen zu können, muss einiges verändert werden. Abgesehen vom Treppenhaus wird vom alten Baucharakter der Schule wenig übrig bleiben. "Die Klassenräume wären zu groß gewesen, um sie eins zu eins zu Büroeinheiten umzufunktionieren", sagt Onkelbach. Deshalb sind für den Umbau weitere Wände geschaffen worden, die dabei gesparten Quadratmeter werden für einen neuen Flur genutzt.

Die auffälligsten Neuerungen: Es gibt einen neuen großen Haupteingang — zur Don-Bosco-Straße hin. "Die Wege zum alten Rathaus Regentenstraße und Sebastianusstraße sind nun sehr kurz — alles liegt in unmittelbarer Nähe", sagt Bürgermeister Heinz Josef Dick. Außerdem wird das Verwaltungsgebäude einen Fahrstuhl erhalten, also behindertengerecht. Besonders gelungen: Jedes Zimmer und jeder Gang wird dank großzügiger Fenster mit ordentlich Licht durchflutet — sofern die Sonne scheint natürlich.

Der größte Raum aber soll noch deutlich an vergangene Schultage erinnern: Der Pausensaal, den einige Mitarbeiter des Rathauses noch aus ihrer eigenen Schulzeit kennen dürften, wird zum Ratssaal — ein Umstand, an den sich einige Mitarbeiter wie zum Beispiel Sandra Eckers, die damalige Korschenbroicher Abiturientin und heutige Zuständige für Liegenschaften, sich sicher erst gewöhnen müssen. Onkelbach ist sich aber sicher: "Das wird das Herzstück des Gebäudes", sagt er — lachend, weil er selbst weiß, dass es noch etwas dauern wird, bis der karge, vom Baustaub zurzeit nicht unerheblich belastete graue Saal wieder hübsch ist.

Dafür sollen die Bauarbeiter sorgen, die gerade wieder mit einem riesigen Brett die Treppe hinaufstapfen. Zwei aus dem fröhlichen Quartett laufen oben ohne rum. In dem Moment wird klar: Hier steht zurzeit weder eine Schule noch ein Rathaus. Im Moment ist das Gebäude ein Zwischending — in dem nicht so viel verboten ist.

(NGZ/ac)