Galopp : Wettertrio hat Grund zur Freude

Beim zweiten Renntag der Wintersaison auf der Neusser Galopprennbahn kassierten drei Stammbesucher in der Viererwette 18 799 Euro. Im Kampf um das Jockey-Championat steht es inzwischen Unentschieden, bei den Trainern gelang Mario Hofer gestern nur ein Sieg

Für drei Stammbesucher der Galopprennen in Neuss wird der gestrige Renntag in ewiger Erinnerung bleiben. Es gelang ihnen das im Leben eines Wetters seltene Kunststück, allein die Viererwette zu treffen und bei einer Quote von 375 994:10 eine steuerfreie Auszahlung von 18 799 Euro zu kassieren. Eingesetzt hatten sie insgesamt 420 Euro, sieben Pferde wurden dabei voll kombiniert und die vier Erstplatzierten Elgin, Leoderprofi, Erlian und Priora waren dabei.

Die Herren mittleren Alters aus der Region lassen keinen Neusser Renntag aus und das wird in Zukunft auch so bleiben. Es wurde auch ansonsten ein durchaus stimmungsvoller Renntag mit zahlreichen Höhepunkten, vielen Begegnungen von Menschen, die sich nicht häufig treffen, sogar Ex-Geschäftsführer Bernd Koenemann fand aus Mönchengladbach den Weg zum langjährigen Arbeitsplatz.

Im Jockey-Championatskampf punkteten Filip Minarik im ersten Rennen mit Ocareion und Alexander Pietsch mit dem aus Belgien angereisten Historic Occasion im achten Rennen.

Es steht nun 76:76, drei Renntage am nächsten Sonntag in Dortmund, am 26. und 31. Dezember in Neuss stehen noch auf dem Programm. Wenn es so weiter geht im Kampf um die Jockeymeisterschaft, dann könnte die Entscheidung durchaus im letzten Rennen des Jahres fallen.

Prägend bei den Fachkräften im Rennsattel war eine Frau: Kirsten Schmitt aus dem saarländischen Lebach gewann zwei Rennen mit Bobby Dazzler und Omkareshwar, wobei Christian Peterschmitt aus Zweibrücken als Trainer und Besitzer von Omkareswhar mit seiner Analyse auf den Punkt traf: "Sie hat das Pferd ins Ziel getragen."

Man kann sich immer nur wundern, wie es diese Frau mit ihren etwas mehr als 50 Kilogramm Körpergewicht immer wieder schafft, zehn Zentner schwere Pferde der Rasse Vollblut zum schnellen Laufen zu motivieren. Typisch ihr Kommentar nach dem Sieg: "Das Pferd war beim Aufgalopp vor dem Rennen schneller als im Endkampf."

Noch nicht entschieden ist auch der Kampf um das Trainerchampionat. Mario Hofer punktete zwar mit Beacon Hill, doch bis zum Spitzenreiter Andreas Wöhler sind es nochfünf Siegpunkte. Hofer: "Wir brauchen Glück." Und davon eine ganze Menge. Die Kunde vom Sieg des Pferdes ging per Handy sofort nach Hongkong, denn dort hielt sich Besitzer Guido Schmitt auf.

Zwei Mal stand auch die Neusser Trainerin Marion Weber mehr oder weniger gewollt im Mittelpunkt. Nach dem ersten Rennen legte sie einen an Aussichtslosigkeit nur schwer überbietbaren Protest wegen einer angeblichen Behinderung ihres Pferdes Little Millenium im Schlussbogen durch den Sieger Ocareion ein, der nur abgewiesen werden konnte.

Dann kam ihr Hengst Beltani im fünften Rennen zu Fall. Man befürchtete schon das Schlimmste, doch letztlich waren es "nur" Atemprobleme mit starken Blutungen, die den eigentlich unverletzten Jockey Daniele Porcu zeichneten.

(NGZ)
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